Eva Jancak, Und trotzdem
Die tapfersten Heldinnen sind jene, von denen man öffentlich kaum etwas weiß und die dennoch mit unendlicher Geduld und überirdischer Zähigkeit durchhalten und ihr Leben irgendwie über die Runden bringen.
In Eva Jancaks Roman Und trotzdem kreisen drei Schicksalsgenossinnen durch das irdische Dasein, sie haben nur peripher miteinander zu tun, verbunden sind sie freilich durch den protokollartigen Stil, mit dem ihr Leben für diesen Text aufgezeichnet sind. In einer Präambel gibt die Autorin quasi als Regieanweisung für die Lektüre an.
"Es ist der Geruch, der Indien ausmacht!" (34) Maria E. Brunner bringt in ihrer Prosa über Indien so gut wie alle Sinnesorgane in Stellung, Zitate aus Studien, Analysen authentischer Reisen, die Hinterseite von Prospekten werden genauso verwendet wie verdrehte Drehbücher aus Bollywood und Investitionskampagnen von Wirtschaftstreibenden.
Manche Themen sind so verklemmt tabuisiert, dass sie sich eigentlich nur durch ein Bilderbuch darstellen lassen.
Nichts ist so einfach und gleichzeitig so kompliziert zu beschreiben wie das Wetter. Oft verändert es sich, während man den Mund zur Beschreibung aufmacht, meist muss es als Thema für ein schnelles Notgespräch herhalten und letztlich verbreitet nichts so subtile Stimmung wie das Wetter.
Man ahnt es schon: Brummel-Schlump ist kein Wesen aus Fleisch und Blut. Wer er ist und welche Abenteuer er erlebt, erfahren kleine Leser in zwei neuen Büchern von Lene Mayer-Skumanz.
Als Markenzeichen der Stadt Potsdam liegt Schloss Sanssouci wahrlich "sorglos" im eigenen Garten und strahlt durch die Geschichte.
Oft sind es die selbstverständlichsten Sätze, die schnurstracks in das Herz des Lesers zischen und dort fiktionale Wohlbefindlichkeit erzeugen.
Die Provinz hat ihre eigenen Erlebnisse, oft sind es Kleinigkeiten, die zu großen erotischen Ausbrüchen führen, oft sind es Mickymausereien, die stracks in den emotionalen Abgrund führen.
Manchmal lernt man aus einem Roman mehr über ein Thema als durch ein Studium. Im Roman nämlich dürfen gedankliche Alternativen ungeniert ausgesprochen werden, die in einer streng normierten wissenschaftlichen Öffentlichkeit tabu sind.
Normalerweise ist der Nachzügler jemand, der noch schnell geboren wird, während die Familie ihr Vermehrungsprogramm bereits abgeschlossen hat.