Christoph Mauz, 1:1 für Tscho

Was für ein österreichisch frecher Titel! Obwohl das Match unentschieden ausgeht, neigt es sich doch sachte auf die Seite des Helden Tscho.
Tscho hat einen furchtbar aktuellen Namen, vorne heißt er Josef, wie fast alle aus der Schicht der Normalbürger, und hinten Netzwerker, ein progressiver Name beinahe schon aus der Zukunft heraus gebeamt.
Mit so einem Namen, kannst du nur ein Star auf dem Fußballfeld werden. - Ziemlich sarkastisch weist der Autor mit seinem kühnen Vergleich auf die Ähnlichkeit seines Namens mit einer "Gstetten" hin, wie ein Fußballfeld niedriger Qualität gerne genannt wird.
Das Wort "fertig" gilt in der Fußballsprache als eine Zauberformel, seit ein Wundertrainer einmal völlig von Sinnen den seltsamen Satz in das Mikrophon gestoßen hat: "Ich habe fertig!"
Ob ein Gesicht eine Bedeutung hat, merkt man an seiner Fähigkeit, zur Karikatur zu werden. Wer nie gezeichnet wird und dadurch gezeichnet ist, rutsch vor Mittelmaß und Unauffälligkeit durch die öffentliche Wahrnehmung.
Über den Umschlag des Buches ist vorne und hinten ein riesiges Herz gespannt, scharf gefaltet am Buchrücken, so dass jeweils nur eine Herz-Hälfte zu sehen ist.
Manche Bücher reißen uns zuerst mit dem Cover von den Beinen, ehe sie sie uns dann mit dem Text aus den Socken stülpen.
Der geheimnisumwitterte Gebirgsstock "Similaun" ist in aller Munde, seit in dieser Gegend Mister Ötzi gefunden und nach Jahrtausenden aus dem ewigen Eis gepickelt worden ist.
Mord im Feinschmeckermilieu! Wer fein isst, wird fein ermordet.
Normalerweise hocken Schüler, die gerade eine Klasse wiederholen müssen, in der hintersten Reihe, hier in dieser Vogelklasse aber sitzen sie frech in der Mitte des Klassenzimmers.
Wenn sich eine Lebensgeschichte über ein Jahrhundert hinzieht, kann man auf jeden Fall von einem Roman sprechen, auch wenn der Umfang vielleicht eher an ein Prosagedicht erinnert.