Frau Wolle, Tiroler Märchen

In einer Zeit in der sich die Nachrichten aus aller Welt wie Märchen anhören, erweisen sich Märchen aus dem eigenen Land als erfrischende Wohltat.
Die bekannte Tiroler Märchenerzählerin Frau Wolle hat sich die mehr als 150 Jahre alte Märchensammlung der Brüder Zingerle vorgenommen und 23 Märchen ausgewählt, um sie in ein zeitgemäßes Sprachkleid zu gießen. Die langen und oft verschachtelten Satzgebilde der Tiroler Literaturwissenschaftler sind dabei einfachen und prägnanten Sätzen gewichen, die beim Lesen glatt wie Butter von der Zunge gehen. Zusätzlich hat die Autorin die Sammlung mit zwei Märchen aus dem Erzählschatz der Welt ergänzt, die von ihr phantasievoll nach Tirol verlegt worden sind.
Zu einem guten Österreicher gehört es, dass er sich freut, wenn man ihm eine Untugend als typisch österreichisch nachsagt.
Erst wenn man eine Sache von zwei Seiten betrachtet, wird sie dadurch vielleicht wahr und oft auch schräg und zum Schmunzeln.
Natürlich denkt man bei einem Romantitel mit der semantischen Schwingung "Mona Liza" an das einmalige Antlitz aus dem Gemäldekosmos, die Mona Lisa als Inbegriff der Porträtkunst, halb idealisierte Fiktion, halb dokumentierte Poesie.
Wie kann man zwischen Wahn und Wahrnehmung hin und her driften, ohne dass man nicht restlos den Überblick verliert?
Die wichtigsten Erlebnisse eines durchschnittlichen Menschenlebens sind seit erdenklichen Zeiten die reife Erotik und die edle Sinnlosigkeit. Für die Erotik ist Don Juan zuständig und für den Ritt in die Turbine einer Windmühle Don Quixote de la Mancha.
Scharfe Gedichte sind immer doppelbödig, was scheinbar in einer glatten Schale verpackt ist, stellt sich beim Verzehr oft als stacheliger Kern der Zeitlosigkeit heraus.
Hinter den Bergen muss etwas Rundes sein, hinter den Bergen liegt vielleicht das Paradies, hinter den Bergen ist das Großmuttermorgenland.
Warum ist Malapartes "Haut" sechzig Jahre nach ihrem Erscheinen immer noch fassungslos wild und aufregend? - Vielleicht, weil der Erzählstandpunkt als immer noch aufreizend vage empfunden wird, und weil an allen Kriegsschauplätzen der Welt die Frage brisant ist, wie kippt Kultur während einer Besatzung in Unkultur.