„Durch die Eisblume am Fenster fiel schwach das Mondlicht auf Eliot, der warm eingemummelt unter seinem Federbett lag und tief schlief. Hilarius Winterbird strich ihm vorsichtig eine widerspenstige Haarsträhne aus dem schmalen Gesicht. Noch deutete nichts darauf hin, dass dieser Tag ihr Leben für immer verändern würde – seines und das von Eliot Holtby.“ (S. 11)
Der dreizehnjährige Eliot ahnt nicht, dass während er friedlich schläft, sein Ziehvater Hilarius sich auf den Weg macht, um Eliots Schicksal zu entscheiden und sein Leben zu retten. In einer Kirche trifft er Pastor Gregorius van Braafleid, der Hilarius drängt, Eliot endlich über seine Eltern und die Bevorstehende Bedrohung durch seine Tante aufzuklären, die mit seiner Hilfe die Herrschaft über die Welt erringen will.
Als das holländische Königspaar in der Silvesternacht anlässlich des fünfzigsten Hochzeitstages die Silvesterrakete im Zirkuszelt entzünden soll, kommt es zu einem folgenschweren Unglück. Als Eliot der Königin das brennende Streichholz zum Entzünden der Rakete überreicht, überfällt ihn plötzlich ein merkwürdiges Gefühl, dass er nur durch seine Vorstellungskraft die Rakete zum Abheben bringen könne. Und dann passiert plötzlich das Unvorstellbare: die Rakete fliegt los und reißt das Königspaar mit sich durch das geöffnete Zirkuszelt.
Der Tod des Königspaars geht durch alle Medien um die Welt und macht die „Eisäugige“ auf Eliot aufmerksam. Die „Eisäugige“ ist seine Tante Euphemia LaCroix, die in einer Parallelwelt zu Hause ist und seit Jahrhunderten versucht, die Weltherrschaft zu erringen. Eliots Mutter Melora hat ihrer Schwester jene Kräfte geraubt, die sie für die Weltherrschaft benötigen würde und hat sie ihrem Sohn übertragen. Kurz vor ihrer Ermordung hat sie Eliot mit einem zwölfjährigen Schutzbann belegt, um ihn vor den Nachstellungen ihrer Schwester zu schützen. Mit seinem dreizehnten Geburtstag geht der Schutzbann verloren und seine Kräfte werden freigesetzt.
Schneller als erwartet erscheint Euphemia mit ihrer Armee, um Eliot seine Kräfte zu entreißen. Hilarius gelingt es, die böse Hexe aufzuhalten und Eliot mit seinem Freund Florens und der Schildkröte Touchdown die Flucht durch ein geheimes Portal in die sagenhafte Parallelwelt Chilverse zu ermöglichen. Mit Hilfe seiner erwachenden Kräfte, seinen beiden Freunden und zahlreicher Persönlichkeiten der Vergangenheit versucht Eliot zahlreiche Aufgaben zu lösen, um die drohende Weltherrschaft seiner Tante zu verhindern. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Marc Rosenberg gelingt mit seinem Fantasyroman für Kinder ein außergewöhnliches Kunstwerk, das sich mit seiner erzählerischen Kraft und Fantasie in die Reihe großer Fantasy-Geschichten wie Michael Endes „Unendliche Geschichte“ einreiht. Neben liebenswerten und stark gezeichneten Charakteren überzeugt das Kinderbuch durch seine aufregende Reise durch die Zeiten, wo die jungen Leserinnen und Leser zahlreiche große Persönlichkeiten der Vergangenheit kennenlernen.
Das überaus empfehlenswerte und durch liebevoll gestaltete Illustrationen geschmückte Kinderbuch entführt in ferne Welten und Zeiten und vermag mit viel Freude am Erzählen, die Leserinnen und Leser von der ersten Seite an immer tiefer in die spannende Geschichte zu ziehen.
Marc Rosenberg, Eliot Holtby und das Universum der Vergangenheit. Ill. v. Bianca Faltermeyer, ab 10 Jahren
Tulln a. d. Donau: Vermes Verlag 2025, 520 Seiten, 24,00 €, ISBN 978-3-903553-01-9
Weiterführende Links:
Vermes Verlag: Marc Rosenberg, Eliot Holtby und das Universum der Vergangenheit
Homepage: Marc Rosenberg
Homepage: Bianca Faltermeyer
Andreas Markt-Huter, 20-11-2025