„Es war kurz vor Mitternacht. Der Vollmond tauchte die Stadt Wickfield in fahles Licht. Keine einzige Wolke war am dunklen Himmel zu sehen. Nur kreischende Schatten flitzten auf ihren Besen über den Horizont und feierten ein Fest. Hexen, Zauberer und Magier! Es war ihre Nacht. Die letzte Nacht im Oktober.“ (S. 9)
Gerade als der kleine Kater Cosmo in dieser magischen Nacht in einer Mülltonne zur Welt kommt, schlägt ein Blitz in die hohe Fichte im Hinterhof der alten Zauberhutfabrik ein. Als Cosmos Mutter Neve über die Vorderpfote des frischgeborenen Kätzchens leckt, schießt ein Funke aus dem Pfötchen und erhellt für kurze Zeit die Mülltonne im Hinterhof der Fabrik.
Der kleine Straßenkater Cosmo liebt es mit seiner Freundin Ebba im Hinterhof der Zauberhutfabrik des Zauberers Freno herumzutollen und die alte Hündin Luise ein wenig zu ärgern, die müde an einer Hundekette in ihrer Hütte verbringt und den Eingang zu Fabrik bewachen soll. Zu seinem Kummer leidet Cosmo Höhenangst und fürchtet sich jedes Mal, wenn er Ebba auf die Blutbuche folgen soll.
Der Rabe Ybor, der Tiergefährte des Zauberers Freno, hat ein Auge auf Cosmo geworfen, weil er besondere Fähigkeiten beim kleinen Kater entdeckt zu haben glaubt. Auch wenn sein Wunsch aussichtslos erscheint, träumt Cosmo davon, selbst einmal als Tiergefährte für einen Zauberer ausgewählt zu werden.
Zur gleichen Zeit, mitten in der Stadt Wickfield bereitet sich die junge Hexin Aywa auf ihre bevorstehende Aufnahmeprüfung für die Zauberschule vor. Als Tochter der berühmten Lichtzauberin und Mitglieds im höchsten Zauberrats Enomis von Luz lastet ein großer Druck auf ihren Schultern, die Familie nicht zu enttäuschen. Sie fürchtet sich vor der Prüfung, weil unangenehmer Weiser bisher noch keiner ihr Zauber richtig funktioniert hat.
Cosmo und Ebba treibt der Hunger indessen in die Zauberhutfabrik, wo sei ein paar Mäuschen zu finden hoffen. Als Freno der Zauberhutmacher sie beim Einbruch erwischt, sehen sie schon ihr letztes Stündlein geschlagen. Stattdessen überbringt sein Rabe Ybor die Nachricht, dass Cosmo als Tiergefährte für einen angehenden Zauberer ausgewählt worden ist und in der Spiegelburg, einem Trainingscamp für Tiere, dazu ausgebildet werden soll.
„Du wirst im Camp in drei Fächern trainiert: Kräuterkunde, Illusionen-Erkennen und natürlich Besenreiter.“ (S. 59 f)
Der kleinen Hexin Aywa gelingt es mit Mühe und Not in die Zauberschule aufgenommen zu werden. Cosmo und Aywa beginnen ihre Ausbildung und sind ganz aufgeregt, als der große Tag kommt, an dem die Tiergefährten ihren Zauberkinder zugeteilt werden. Niemand ahnt etwas von Cosmos ganz besonderer, jedoch verbotener Fähigkeit.
Barbara Rosslow entführt ihre jungen Leserinnen und Leser in eine magische Welt der Zauberer und Hexen, in der diese eine ganz besondere Beziehung mit Tieren eingehen. Dabei stehen zwei ganz besonders liebenswerte Protagonisten im Mittelpunkt: ein kleiner Kater mit Höhenangst und eine kleine Hexe, die ihre Zauberkräfte nicht zu kontrollieren weiß. Damit sind die besten Voraussetzungen für ein spannendes und ausgelassenes Leseabenteuer gegeben, das seine jungen Leser von Beginn an in ihren Bann zu ziehen weiß.
Ein überaus lesenswertes und spannendes Kinderbuch, das durch seine fröhlichen Helden, seinen kindergerechten Humor und seine fröhlichen Illustrationen zu überzeugen weiß.
Barbara Rosslow, Cosmo Zauberkater - Der Fluch der magischen Pfote. Aus d. Reihe: Cosmo Zauberkater Bd. 1, ill. v. Dorothee Mahnkopf, ab 8 Jahren
Hamburg: Carlsen Verlag 2026, 256 Seiten, 9,30 €, ISBN 978-3-551-32289-0
Weiterführende Links:
Carlsen Verlag: Barbara Rosslow, Cosmo Zauberkater - Der Fluch der magischen Pfote
Homepage: Barbara Rosslow
Homepage: Dorothee Mahnkopf
Andreas Markt-Huter, 18-02-2026