„Mina drückt den Turboantrieb fest, wischt die Klebereste an ihrer Jeans ab und nickt. »Fertig!« Die Flugmaschine ist perfekt: Raketenform, Goldglitzerstreifen und Spezialfunktionen. Vorne der Gegenwindschirm, hinten die Nachtbeleuchtung und innen die Knöpfe und Hebel für die Steuertechnik.“ (S. 7)
Der Übergang vom Kindergarten in die Schule fällt nicht allen Kindern gleich leicht. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, gewohnte Wege, Tagesabläufe und vor allem Freunde und Pädagogen werden vielleicht zum letzten Mal gesehen. Auf der anderen Seite wartet ein neuer Abschnitt, der die Kinder einerseits Neugierig macht, aber auch Ängste und Unsicherheit weckt über das, was neu auf sie zukommen wird.
Mina und Beno erleben ihren letzten Tag im Kindergarten. Gemeinsam mit ihrem Freund bastelt Mina eine Flugmaschine in Raketenform, die von Rosi an die Decke gehängt wird, und für die Mina einen „Steuerprofi malt in ihr Erfindungsheft malt, bevor sie zum letzten Mal von ihrer Mutter vom Kindergarten abgeholt wird. Ein Hauch von Wehmut durchzieht die beiden Kinder als sie zum letzten Mal alles zusammenpacken und ausräumen. Eda hingegen genießt es, sich an keine Kindergartenregeln mehr halten zu müssen und schießt mit aller Wucht einen Fußball gegen einen Schuppen. Mina gefällt das gar nicht. Als sich Mina und Benno von den anderen Kindern und Rosi verabschieden, wird sie ganz traurig und muss weinen.
Zum ersten Schultag erwartet Mina nach der Einschulung eine Schultüte. Der Schulhof ist zum ersten Schultag mit Luftballons geschmückt und mit unzähligen alten und jungen Menschen gefüllt und die Kinder werden von der Direktorin über ein Mikrofon begrüßt, bevor sie ihre Klassen zugewiesen bekommen. Mina und Benno kommen in dieselbe Klasse und auch von den anderen Mitschülern sind ihnen einige bereits aus dem Kindergarten bekannt.
Ihr neuer Klassenlehrer Herr Stimmt fordert die Kinder auf, sich einen Platz zu suchen. Doch zu Mina Schreck sitzt Benno bereits an einem Vierertisch mit Eric, Senada und Eda. Für Mina bleibt nur noch ein Zweiertisch frei, den sie mit einem unbekannten Jungen teilen muss. Sie ist entsetzt, dass sie nicht bei ihrem alten Freund sitzen kann, aber vor allem, weil es Benno gar nichts auszumachen scheint. Traurig taucht sie unter den Tisch ab, als sie plötzlich eine Stimme hört:
„Na endlich!“, schreit eine helle Stimme. (S. 27)
Ein kleiner Kerl, der „Steuerprofi“ den Mina noch im Kindergarten gemalt hat, ist zum Leben erwacht und stellt sich als „Wumms“ vor. Gemeinsam mit ihrem neuen Begleiter gelingt es Mina die Umstellung vom Kindergarten zur Schule und die neuen Herausforderungen zu bewältigen.
Mit viel Einfühlungsvermögen verpackt Jutta Degenhardt die zahlreichen Probleme, Wünsche und Ängste von Kindern auf ihrem neuen Weg in das Schulleben in eine ebenso unterhaltsame wie hilfreiche Geschichte, die den jungen Leserinnen und Lesern Mut macht und ihre Ängste auf ihrem eigenen Weg nimmt.
Ein schönes Kinderbuch mit liebenswerten Protagonisten, Illustrationen sowie einer spannenden und unterhaltsames Geschichte, die sich an der Lebens- und Erfahrungswelt ihrer jungen Leserinnen und Leser orientiert und ein gemeinsames anregendes Leseabenteuer für Jung und Alt verspricht.
Jutta Degenhardt, Mit Wumms in die Schule. Ill. v. Juliana Kralik, ab 6 Jahren
München: Ars Edition 2026, 128 Seiten, 15,95 €, ISBN 978-3-8458-6883-7
Weiterführende Links:
Ars Edition: Jutta Degenhardt, Mit Wumms in die Schule
Homepage: Jutta Degenhardt
Homepage: Juliana Kralik
Andreas Markt-Huter, 09-06-2026