Gustav Ernst, Grundlsee
Jede Idylle birgt immer auch das Grauen in sich. – Dieser dramaturgischen Grunderkenntnis huldigt Gustav Ernst mit seiner Familien-Groteske „Grundlsee“.
Der Roman nützt die Eloquenz von Familientratsch, um letztlich eine Tragödie nach der anderen zu erzählen.
Eine fette Festschrift ist natürlich immer eine Gaudi für die geehrte Person, aber man sollte sich auch als Leserin und Leser ordentlich freuen, dass es ab und zu helle Köpfe im Land gibt wie Hans Heiss, der imstande ist, eine fette Festschrift über die Zivilgesellschaft auszulösen.
Das so fröhlich klingende Genre Hypo-Roman ist natürlich eine ernsthafte Sache. Nach der griechischen Vokabel „hypo“ für „unten, darunter“ ist der Hypo-Roman eine Darstellung, die in die Tiefe geht und Phänomene der Oberfläche im Untergrund weiter verfolgt. Zwischen 2013 und 2014 werden in Tirol zehn Hypo-Romane erscheinen.
Bibliothekare sind bekannt dafür, dass sie in verschiedenen Realitäten gleichzeitig leben können. Gleichzeitig gilt ihr Leben oft als so unaufgeregt, dass sich kaum daraus eine Story machen lässt.
Damit ein Jubiläum nicht überschwappt, muss man ihm rechtzeitig das Wasser abgraben.
„Der Palästinakonflikt ist Ausdruck der konkurrierenden Ansprüche zweier Völker. Daraus resultiert die Unmöglichkeit, diese Konfrontation von außen zu „lösen“, ohne die Beteiligten des Konflikts am Friedensprozess teilhaben zu lassen. Nur dann besteht eine Chance auf dauerhafte Regelung.“ (9)
Nichts macht Helden so kaputt wie der Umgang mit sich selbst in einer freien Fläche ohne Zeiteingrenzung.
Am Rande einer Gesellschaft gibt es oft nur noch schwarz und weiß, so dass man sich in der literarischen Darstellung am besten mit klaren Formen wie dem Western oder dem Marshal-Krimi helfen kann.
Im Hotel Ibis Mariahilf in Wien schaute ich vom zwölften Stock aus dem Vorrücken des Tageslichts um Lichtmess zu, während ich mich als Rezensent in Manfred Mixners Geschichten verstricken ließ.
Unter dem Kosmos des Zauberbergs von Thomas Mann stellt man sich oft eine morbide Gesellschaft vor, die jenseits finanzieller Sorgen in einem Sanatorium samt der Epoche zu Ende siecht.