Otto Grünmandl, Pizarrini
Selbst die größte Ordnung kann durch eine kleine Begebenheit mitten entzwei brechen. Otto Grünmandl bittet im ersten Kapitel seinen Buchhalter Pizarrini vor den Vorhang.
Dieser Vorhang ist ein Viertel aus dem ehemaligen Stadttheatervorhang, ein anderes Viertel wird übrigens beim Leichenbestatter für das Austrapieren von Särgen verwendet.
Der geheimnisumwitterte Gebirgsstock "Similaun" ist in aller Munde, seit in dieser Gegend Mister Ötzi gefunden und nach Jahrtausenden aus dem ewigen Eis gepickelt worden ist.
Gute Lyrik kennt keine Grenzen, keine Schwerkraft und keine Zeitschranken. Wie zum Beweis dieser großen Sache ist dieser Tage Gerhard Koflers Notizbuch über New York erschienen.
Im Land der Aufstiegshilfen ist es ein geradezu sensationell ironischer Titel, wenn jemand "einmal talwärts und zurück" bucht.
Ordensleute in der Kunst sind eine seltsame Sache. In Unterhaltungsfilmen und Vorabendserien treten sie meist als fröhlich swingende Glückskäfer in Kutte auf, in der Literatur hingegen sind sie zernagt und geplagt von Selbstzweifeln.
Vielleicht kann man die Gattung Bauernkrimi ausrufen, um Sepp Kahns wundersame Agrar-Bio-Orgie irgendwie zu beschreiben.
Je besser ein Dichter umso schlechter sein Sex. - An diese blöde Volksweisheit mag man denken, wenn man sich der Sammlung Wortkörper zuwendet.
Kein Wurm mehr aber auch kein Schmetterling, das ist in der Insektenkunde das Stadium des Kokons. Bei den Menschen heißt das schlicht Pubertät.
Geschmeidig und handzahm springt dieses kulturhistorische Bilderlesebuch dem Benützer in die Hand und verhält sich wie ein Wanderführer, den man unauffällig griffbereit in die Überlandkleidung steckt.
Für die aktuelle Erforschung eines Lands sind nach wie vor fetzige Krimis der beste Zugang.