Paul Flora, Fauna Fabeln und Figuren
Was gibt es Schöneres, als pünktlich zu Herbstbeginn einen neuen Flora-Band aufzuschlagen, der pünktlich zu Herbstbeginn frisch ausgeliefert worden ist?
Als Motto ist diesem Bildband jenes wunderbare Blatt aus dem Jahre 2001 vorgespannt, worin ein altösterreichischer Spion als Baum verkleidet einem ahnungslosen russischen Grenzwächter gegenübersteht.
Was der Herr Karl sagt, ist Österreich, und Österreich ist folglich Karl. Spätestens seit Helmut Qualtingers grandiosem Monolog "Der Herr Karl" aus dem Jahre 1961 lässt sich Österreich auf die Kurzformel Karl bringen.
Manchmal ziehen Maler in lichte Gefilde, um den Pinseln endlich jene Leuchtkraft zuzumuten, von der sie zu Hause nicht zu träumen wagen.
Wem gehörst denn du? fragt gleich zu Beginn ein lyrischer Geist, so wie in alten Filmen der Tourist das in Tirol am Zaun aufgestellte Mädchen fragt. - Ja wem gehören diese Gedichte und wo gehören sie hin?
Bei Revolutionären und sonstigen politischen Vorpresch-Aktivisten ist die schlimmste Zeit der Winter. Als "Überwintern der Revolutionäre" wird süffisant jener Zustand bezeichnet, in dem die Akteure auf sich selbst gestellt ein unscheinbares Leben führen müssen.
Wer in der Wühlkiste seiner Familie zu graben beginnt, dessen Ergebnisse münden oft in einer dicken Saga-Schwarte. So sind Thomas Manns Buddenbrooks etwa gleich dick wie Walter Kliers Leutnant Pepi.
Ist das ein Schas! steht am Anfang des neuen Romans von Helmuth Schönauer, der wieder schonungslos die Verhältnisse in Innsbruck und Tirol aufs Korn nimmt. En passant wird bei einem kurzen Abstecher in die russische Republik Tuwa die Welt der Schamanen und Touristen sarkastisch unter die Lupe genommen.
Hilf dir selbst, sonst hilft dir Gott. So in etwa könnte die Grundbotschaft jener beiden Erzählungen lauten, die den Ich-Erzähler an jene Grenze gebracht haben, hinter welcher entweder das Jenseits oder die irdische Verstümmelung warten.
Es war im November 2006. - Während die Leser bereits eine Gänsehaut aufstellen, wie sie es für jene Krimis gelernt haben, welche mit einer furchtbar detaillierten Zeitangabe beginnen, ist Entspannung angesagt. Die Autorin hat an diesem markant-gewöhnlichen Datum nämlich einfach bloß beschlossen, ein Buch über ihre Tätigkeit am Brenner zu schreiben.