Mariajo Ilustrajo, Ich liebe Bücher
„Endlich letzter Schultag! Endlich nicht mehr früh aufstehen, keine Diktate mehr und vor allem: Nicht mehr lesen! Genießt eure Ferien und vergesst nicht, ein Buch zu lesen! Ein ganzes Buch? Aber ich hasse Bücher!“
Wenn der letzte Schultag angebrochen ist, freuen sich alle schon auf die langen Ferien. Doch bei manchen scheint die Freude in den Keller zu sinken, wenn ihnen die Lehrerin den Auftrag erteilt, in den Ferien ein Buch zu lesen. „Ich (hasse) liebe Bücher“ erzählt die spannende Geschichte, wie aus einem Lesemuffel eine Bücherfreundin wird.
„Die jungen Zicklein durften endlich auf die Wiese. Sie drängelten und rempelten und stolperten übereinander. Die Ziegenmamas schauten zu. »Springt nicht zu hoch!«, rief die eine. »Tobt nicht so wild«, sagte die andere. »Und hütet euch vor den Nachtvögeln!«, ermahnte die dritte. »Die können euch gefährlich werden« Aber die jungen Ziegen hatten anderes im Sinn.“
„Selma stand im Tapetenwald, und sie hatte, ohne sich etwas dabei zu denken, ein Bonbonpapierchen aufgehoben. Mehr war nicht passiert, also brauchte sie der komische Maulwurf auch nicht so anzupampen. »Warum bist du denn so unfreundlich?«, fragte sie ihn. »Ich hab doch gar nichts gemacht.« »Nipf gemacht, fofo«, sagte der Maulwurf, der immer noch kleine Krümel Erde spuckte. »Wer’f glaubt.«“ (S. 16)
„Warst du schon einmal in einer Galerie, um dir Kunst anzuschauen? Oder hast du anderswo Kunstwerke entdeckt? Wusstest du, dass Dick Bruna von Kunst begeistert war? Bevor er als Schöpfer des kleinen Hasen Miffy berühmt wurde, ließ er sich von Künstler wie Matisse, Léger und Picasso inspirieren.“
„Das ist Benno. Benno hat es gut: Er hat tolle Eltern, eine nette Nachbarin und wohnt in einem schönen Haus im Grünen. Sein einziges Problem: Er wünscht sich dringend ein Haustier. Am liebsten einen Bernhardiner. Notfalls wäre auch ein Fisch okay. Das sind Bennos Eltern. Sie sind genau so, wie Eltern sein sollten […] Doof ist bloß, dass sie keine Tiere mögen. Jedenfalls nicht in der Wohnung.“ (S. 8)
„Am Bahnhof angekommen, konnte Matthew weit und breit keinen Jungen entdecken. Dafür stand dort aber ein Mädchen. Unter ihrem ausgeblichenen, breitkrempigen Hut baumelten zwei rote Zöpfe. Sie hatte große Augen und ein spitzes Gesicht voller Sommersprossen und trug eine abgewetzte Reisetasche in der Hand.
„»Übst du heute wieder graben?« »Heute habe ich keine Lust. Vielleicht morgen.« »Nicht jeder Maulwurf kann gut graben. Ich buddle ständig in die falsche Richtung oder bekommen Erde in den Mund. Und manchmal habe ich Angst im Dunkeln. Alle anderen unternehmen schöne Ausflüge. Und ich soll immer nur buddeln? Heute nicht.«“
„Das Ferkel mit dem nicht geringelten Ringelschwanz hockte unter einem Baum und lauschte den Geräuschen des Waldes. Der Wind ließ das Laub rascheln und ein kleiner Plauderfink sang wunderschön. Das Ferkel schloss die Augen und horchte. Aber was war DAS? Ein dünnes, hohes Summen kam immer näher, mal laut, mal leise. Vielleicht eine winzige Fliege? Oder eine Maus auf einem Moped? Plötzlich verstummte das Geräusch.“
„Als Otto sieht, was Luzie und Klara tragen, zieht er empört eine Augenbraue nach oben. »Ein Abschleppseil?«, ruft er. »Ich muss nicht ge-hau-ruckt werden! Ich kann ganz allein!« »Aber nein, Otto!«, lacht Klara. »Das ist doch ein Kletterseil!« »Damit hau-rucken wir nicht dich. Damit kraxeln Klara und ich«, ergänzt Luzie. »Und ich halte euch«, freut Otto sich.“
„Alle Kinder in der Stadt mögen Paula Polizeiauto. Und sie mag alle Kinder. Jeden Nachmittag fährt sie am Spielplatz, am Bolzplatz, auf der Spielstraße und an den Kindergärten vorbei, um nachzusehen, ob dort alles in Ordnung ist.“