Martine Leavitt, My Book of Life by Angel
„Ich sagte, es muss auch möglich sein, dass etwas traurig ausgeht, sonst könnte es so etwas wie glückliche Enden auch nicht geben. Ein glücklicher Ausgang ist nur deshalb glücklich, weil er auch unglücklich ausgehen könnte. Und wir beide enden vielleicht traurig.“ (204)
Nach dem Tod ihrer Mutter bricht für die 16-jährige Angel eine Welt zusammen. Ihr Vater leidet unter dem Verlust seiner Frau und Angel verliert zunehmen ihren Halt, beginnt Schuhe zu stehlen und gerät mit dem Gesetz in Konflikt. Als sie vom Zuhälter Call beim Stehlen erwischt wird, gerät sie in einen Teufelskreis aus Drogensucht und Prostitution.
„Als Victoria Wright zwölf Jahre alt war, hatte sie exakt einen Freund. Genaugenommen war er der einzige Freund, den sie überhaupt je gehabt hatte. Er hieß Lawrence Prewitt, und am Dienstag, dem 11. Oktober des Jahres, in dem Victoria und Lawrence zwölf Jahre alt waren, verschwand Lawrence.“ (5)
„Mama sagt, egal wie arm die Leute sind, ob man zu den Habenden gehört oder zu denen, die nix haben, oder ob man seiner Mama auf den Stufen dazwischen das Kreuz bricht, die besten Sachen auf der Welt gibt’s fast für umsonst. Wie zum Beispiel das gleißende Morgenlicht, das wie Diamanten über die Wasseroberfläche unseres Flüsschens tanzt.“ (11)
„Es zog den Jungen zum Tor, und nun erkannte Darwen das dicke, faserige Tentakel, das sich um die Taille des Jungen geschlungen hatte. Er zögerte, erfasste das Entsetzen des Jungen und suchte blitzschnell den Waldboden nach irgendetwas ab, das vielleicht als Waffe dienen konnte.“ (11)
„Wenn ihr jemals von der CIA befragt worden seid, wisst ihr genau, wie ich mich zwei Stunden später fühlte, als ich auf dem Rücksitz einer Limousine saß und beobachtete, wie sich die Innenstad in Vorstädte verwandelte und die Vorstädte in freie Natur.“ (16)
Im Juli 1405 übernimmt ein Eunuch das Kommando über einen gewaltige Flottenverband: Mit über 250 reich beladenen Schiffen mit fast 30.000 Mann an Bord sticht Admiral Zheng He zu einer Expedition in See, die ihn um die halbe Welt führen wird. (7)
„Schwer atmend sehe ich mich im Zimmer um, bis mein Blick auf das Mädchen fällt, das ich nicht mehr kenne. Wutentbrannt greife ich mir ein Kissen vom Bett und schleudere es gegen den Spiegel. Sie sieht mich an und schluchzt erbärmlich. Ihre Schwäche und ihre Tränen machen mich nur noch wütender.“ (7f)
„Trotzdem – alles in mir, jede Faser meines Körpers fiebert nach Freiheit. Ich will ausbrechen, nicht nur aus dieser Zelle, sondern auch aus dem Gefängnis, das die Stadt da draußen ist. Ich will mit eigenen Augen sehen, was hinter dem Zaun ist.“ (11)
„Die Entdeckungen, die ich in der vergangenen halben Stunde gemacht habe, schwirren mir durch den Kopf. Ich war überzeugt, dass Jeanine die Altruan angegriffen hat, um die Macht an sich zu reißen; aber sie hat sie angegriffen, um an Informationen zu gelangen – an wichtige Daten, die nur die Altruan besitzen.“ (31)
„Wir, die Überlebenden des Dritten Weltkrieges, haben uns im Bewusstsein der historischen Bedeutung und der Verantwortung für alle Menschen am heutigen Tag versammelt, um die verbleibenden Staaten aufzulösen und eine neue Gesellschaft zu erschaffen.“ (5)