Tobias Goldfarb, Klippo
„Klippo lag festgebunden auf seiner Bank, sein Magen in Aufruht, hilflos allem ausgeliefert, was um ihn herum geschah. Er schluckte Salzwasser, spukte und hustete, bangte um sein Leben und trotzdem war er glücklich, so glücklich wie seit Langem nicht mehr. Er war mitten in einem Abenteuer, einem, das nicht nur im Kopf stattfand.“ (S. 34)
Klippo muss mit seinen Eltern Graf Damian und Gräfin Dorothea fluchtartig sein Zuhause verlassen. Alanus Varvek, genannt Schiefbart, Meister des Eisens und des Feuers ist mit seinen Raubrittern auf der Suche nach Klippo, für den die Flucht zunächst ein einziges großes Abenteuer bedeutet.
„Sagt mal, Leute, wisst ihr noch, wie ihr auf die Welt gekommen seid? Wahrscheinlich nicht, ist ja auch schon eine ganze Weile her. Aber ich – oink, oink – weiß es noch ganz genau! Das erste woran ich mich erinnere, ist der Karton, in dem ich war. Es war ziemlich dunkel da drin und es roch auch nicht besonders gut. Und ich erinnere mich an Stimmen.“ (S. 7)
„»Jetzt ist die schönste Zeit des Jahres da«, sang Tilda Apfelkern vergnügt vor sich hin. Denn Tatsächlich kann man in der Weihnachtszeit viele wirklich wunderbare Dinge tun! Plätzchen backen zum Beispiel. Gerade heut hatte die holunderblütenweiße Kirchenmaus ihre Freunde zum Backen eingeladen und deswegen alle Hände voll zu tun, die unzähligen Zutaten aus ihrer Vorratskammer zu suchen.“
„»Manchmal höre ich Mama in der Nacht weinen«, sagt er so leise, dass nur Delia ihn hören kann. »Mama klingt dann wie ein verlorener Geist. Ich glaube, das vergeht nicht so schnell. Wenn man so weint und wenn man so traurig ist, vergeht das vielleicht nie.« »Mama ist nicht traurig, Frankie, sie ist wütend und sie ist enttäuscht.« »Weil Papa weggegangen ist?« »Und weil er sich nie entschuldigt hat.« »Kein einziges Mal?« »Kein einziges Mal.« »Oje.«“ (S. 10)
„Der Tempel des Verderbens ist seit Jahrhunderten verlassen, doch eine unausgesprochene Regel besagt, dass keiner die hochaufragende Pagode betreten darf. Denn den Legenden nach lauern finstere, furchtbare Dingen in ihren Tiefen – Kreaturen mit Reißzähnen, die aus dem Dunkel hervorstürzen und ahnungslose Sterbliche in eine albtraumhafte Unterwelt verschleppen.“ (S. 11)
„Weihnachten am Nordpol, die Luft ist voll Magie. Doch im Haus vom Weihnachtsmann geht was schief – und wie! Die Wichtel essen Süßes, immer mehr und mehr. Zu viel Zucker tut nicht gut, sie fühl’n sich schlecht und schwer. Der Wichtelchef steht unter Stress, ruft: »Hilfe, lasst das sein! Der Weihnachtsmann hat viel zu tun, er schafft das nicht allein!«“
„Die Riesenkäuze tauchten nicht auf. Und während alle anderen aufgeregt plapperten, warfen Snöfrid und Björn sich einen vielsagenden Blick zu. Zum ersten Mal fragte sich Snöfrid, wo die Riesenkäuze eigentlich herkamen, wenn er sie rief. Und plötzlich mischte sich der unverkennbare Hauch von Abenteuer in den Zirbenduft.“ (S. 27)
„Ja, Sommerrode ist so wunderhübsch, so fabelhaft und perfekt, dass man es kaum aushalten kann. Aber jetzt ist die Hauptstraße von Sommerrode versperrt. Mitten auf der Lupinenallee türmt sich ein riesiger Berg Modder auf. Gekrönt mit einem dicken Haufen frischer Hundekacke. Der Matsch quillt schon rechts und links auf den Radweg. Und der Gestank kriecht durch die Schießscharten-Fenster der umliegenden Häuser. Wie das passieren konnte? Tja, das Ganze hat vor einer Woche begonnen, mit der Kletten-Keilerei. Und der Ameisen-Attacke. Und dann kam der Wettbewerb, bei dem ein Drache unbedingt den ersten Preis gewinnen wollte. Aber besser der Reihe nach.“ (S. 8 f)
„Sind Zubettgeher und –geherinnen lange auf, nimmt unweigerlich das Schicksal seinen Lauf. Hilft nämlich mal kein Glitzerstaub, kein Zaubersand, wird von Sandmännchen oder Sandmädchen ein Geheimtrick angewandt, ins Spiel kommt dann … Tataaa!!! Der Schlummerang!“
„Eine Quest kann niemandem auf der Welt trauen – außer einer anderen Quest. Wenn also eine Quest, speziell Mama Quest, mir sagt, ich solle mich wie eine Fruchtschnur verbiegen und in ein winziges Schränkchen quetschen – nicht einmal einen Hund würde man in eine Transportbox dieser Größe stecken –, so vertraue ich natürlich darauf, dass sie einen guten Grund dafür hat. Oder dass zumindest die Sache, die ich stehlen soll, es wert ist. (S. 7)