THiLO, König Laurin
„Einst hatten die Zwerge unter den Menschen gelebt. Hand in Händchen hatten sie friedlich mit ihnen zusammengearbeitet und das karge Land in den Bergen in eine wahre Oase verwandelt.“ (29)
Der 16-jährige Theodor soll als Thronfolger in die Fußstapfen seines Vaters, König Dietrich treten, ist aber für sein Alter zu klein, um irgendwann einmal die Rüstung seines Vaters zu tragen. Verzweifelt kämpft Theo um die Anerkennung des Königs und setzt sich selbst den Qualen der Streckbank aus, in der Hoffnung ein paar Zentimeter zu wachsen, um endlich an einem Ritterturnier teilnehmen zu können und seinen Vater endlich Stolz zu machen.
In der guten Lyrik ist nicht nur die Schwerkraft als solche aufgehoben, im lyrischen Kraftfeld verlieren die Wörter oft auch ihre ursprüngliche Bedeutung und legen sich neue semantische Flügel zu.
„»Ich heiße Tessa Valerie van Kampen, bin Sternzeichen Skorpion. liebe Klaviermusik, vor allem die Stücke von Liszt …« Und werde schon sehr bald sterben. »Welches besonders?« »Wie bitte?«“, frage ich und schlucke. »Welches Klavierstück magst du besonders?« (72)
Die Überlebensgeräte von früher werden die Vergnügungsstücke der Gegenwart. Die Arbeitslandschaft der Vorfahren wird zu einer Vitrine des Tourismus. Die Müßiggänger von morgen werden auf den Autobahnkleeblättern von heute flanieren.
„Weit drinnen im Stroh sitzt die Maus. Sie hört Stimmen. Die Ziege, der Hund, die Taube, das Pferd, die Katze und die Schweine reden und lachen zusammen. Aber die Maus kümmert sich nicht darum. Sie sucht Futter.“
„Die vorliegende Darstellung möchte dazu beitragen, Xenophons Persönlichkeit zu verstehen und dabei nicht nur seinen Lebenslauf, seine kulturelle Umwelt, seine literarischen Voraussetzungen und Absichten und seine spezifischen Arbeitstechniken, sondern auch seine politischen Anschauungen und Überzeugungen kennenzulernen.“ (4)
„»Mama, warum sitzt ein Elefant auf Papas Auto?« »Ich nehme an, er ist müde. Wahrscheinlich steht er bald wieder auf und geht weiter.« »Er sitz immer noch da«, sagte Jeremy James zwei Minuten später.“ (7)
Gute Denkmäler müssen immer wieder nachjustiert und umgebaut werden, sonst geht ihnen der Diskussionssinn verloren und sie werden zu Archivmaterial.
„Mein Blick fällt auf ein Mädchen, das ganz allein dasitzt und distanziert die Menge beobachtet. Ihre helle, makellose Haut verrät, dass sie eine von ihnen ist, aber ihr Blick gibt zu erkennen, dass sie etwas Besseres ist, über ihnen steht, unnahbar ist.“ (13)
Mittlerweile wird manchem Krimi-Schreiber selbst bewusst, dass das Fließbandschreiben nicht das Gelbe vom Ei sein kann, weshalb immer öfter in einem Nachwort erklärt wird, welch hohe Gedankengänge eigentlich im Krimi stecken.