Claudia Gray, Constellation - Gegen alle Sterne
„In drei Wochen wird Noemi Vidal sterben – genau hier, an diesem Ort. Heute ist es nur eine Übung. Noemi würde gerne beten wie die anderen Soldaten ringsum. Das sanfte An- und Abschwellen ihrer flüsternden Stimmen klingt wie der Wellenschlag am Strand.“ (7)
Im 24. Jahrhundert hat sich die siebzehnjährige Vollwaise Noemi Vidal freiwillig gemeldet an der „Massada-Offensive“ teilzunehmen. Drei Jahrzehnte zuvor schien der Befreiungskrieg der Genesis-Kolonie gegen die Erde gewonnen zu sein. Der Friede war eingekehrt und ein friedliches Leben, jenseits der Zerstörung der Umwelt schien gesichert, bis vor zwei Jahren der Feind mit neuen Raumschiffen und Mechs, Robotern in Menschengestalt, den Planeten Genesis angegriffen hatten.
Eine Katze ist nach wie vor das ideale Haustier, weil sich eine Profi-Katze nur sehen lässt, wenn seine Besitzer es wollen.
„Endlich konnte Finn etwas erkennen. Sein Blick flog zu der Stelle, wo er den riesenhaften Schatten auf vier Beinen zuletzt gesehen hatte. Das Blut gefror ihm in den Adern. Im kahlen Gebüsch vor ihm stand er: ein Löwe!“ (S. 85)
Keine literarische Form ist letztlich so offen und unbegrenzbar wie die Biographie, weil offensichtlich ein Lebenslauf größer ist als jede literarische Form.
„Der Mumpf erwachte, weil ihn die Sonne auf der Nase kitzelte. Die Sonne! Wenn die Sonne durch das Fenster schien, selbst wenn auf den Scheiben noch Eisblumen glitzerten, bedeutete das, dass der Frühling da war.“ (9)
Bei Kräutern denkt man sofort an etwas Wertvolles, Wahrhaftiges und Wohltuendes, und trotz der Üppigkeit, mit der sie einem entgegentreten, muss man ihnen schon beim ersten Anblick maßvoll begegnen. Das Maß der Kräuter sind Drei-Finger-voll, eine Handvoll und ein Bund Kräuter.
Die größten Überraschungen in einer scheinbar hochkomplexen Gesellschaft entstehen dadurch, dass die Menschen die diversen Gebrauchsanweisungen entweder gar nicht oder zu genau lesen.
„Und dann erzählte ich Miki doch von Weißhaupt und immer begann meine Geschichte so: »Es gibt einen Mann, der Kinder für sich schuften lässt, der Kinder benutzt, als wären sie Tiere. Tief drinnen in diesem Mann, dort, wo bei anderen Menschen die Seele sitzt, ist es so leer und kalt wie in einer Eishöhle.«“ (9)
Gerade die Lyrik besteht oft mehr aus dem Drumherum als aus den kargen Zeilen, die reduziert und semantisch eingedickt aus den Seiten strahlen.
„Alma baut am Ufer ein Baumhaus aus Treibholz. Milan schaut aus seinem Garten lange zu. Plötzlich ruft er: »Mama! Ich will ein Baumhaus bauen!« Heute ist Almas Baumhaus schon viel weiter: Aber auch Milan hat jetzt Material: Den Woodpecker-XXL Bausatz.“