Aktuelle Buchtipps

 

Dorothea Macheiner, Bei gleichzeitigem Verschwinden

h.schoenauer - 07.03.2018

Essays sind fürs erste einmal große Gedankenflächen, auf denen die Gedanken frei und schwerkraftlos hin und her geschoben werden können, bis sich daraus eine neue Aussage entwickelt hat.

Dorothea Macheiner verschiebt nicht nur die Gattungen Reisebericht und Tagebuch ineinander, sie verknüpft auch die Welt früher Kultstätten auf Malta mit jener der Salzburger Altstadt, worin die Schwester Georg Trakls, Grete, teilweise wie ein Artefakt in Versuchs-Erscheinung tritt.

Dieter Wiesmüller, Pernix

andreas.markt-huter - 06.03.2018

„Als Pernix vor drei Jahren aus einem Ei schlüpfte, waren seine Eltern nicht da. Er und die anderen kleinen Saurier waren schutzlos. Alle seine Geschwister wurden von größeren Tieren gefressen. Seitdem wünscht sich Pernix, zu den großen zu gehören; ihnen kann keiner was antun.“

Die Abenteuer des kleinen Sauriers Pernix spielen im Mesozoikum, im Erdmittelalter, also vor mehr als 100 Millionen Jahren. Der kleine Saurier versucht sich ganz allein durchs Leben zu schlagen und zu jagen. Bei der Jagd schnappt ihm Rips der Flugsaurier, die er Schnabelzahn nennt, eine Riesenlibelle vor der Nase weg und teilt diese mit seinen Geschwistern Raps und Rops. Zunächst verärgert, hofft er sich den drei anschließen zu können, um nicht mehr allein zu sein.

Heinz Kröpfl, Lebensläufe

h.schoenauer - 05.03.2018

Im engeren Bedeutungssinn hat der Lebenslauf mit dem Abrennen einer Strecke zu tun, und wer einmal einem Marathonisten zugesehen hat, wie er nach dem Ziel zusammenbricht, der versteht, dass es beim Lebenslauf um Leben und Tod geht.

Heinz Kröpfl lässt zwei mehr oder weniger gelungene Karrieren zuerst nebeneinander laufen und schließlich in den finalen Wettkampf eintreten. Denn das Perverse an extremen Lebensläufen ist, dass sie immer als Wettkampf ausgerichtet sind und wie beim Duell einen niedergestreckten Gegner als Beweis für die Überlegenheit des eigenen Lebenslaufs brauchen.

Sam Hearn, Sherlock & Co jagen den Museumsräuber

andreas.markt-huter - 03.03.2018

„Spannende Abenteuer … waghalsige Unternehmungen … verrückte Einfälle … Mein Leben war nicht immer so aufregend. Jedenfalls nicht, bevor ich Sherlock Holmes begegnet bin. Aber ich sollte besser weiter vorne anfangen, sonst wird das hier alles ein bisschen verwirrend.“ (21)

Als John Watson, der die meiste Zeit seiner Kindheit an verschiedenen Schulen in den verschiedensten Ländern verbracht hat, den ersten Tag an die Baker-Street-Schule in London kommt, ahnt er nicht, welche Abenteuer auf ihn warten und welche außergewöhnlichen Freunde er kennenlernen würde.

Bernd Roeck, Der Morgen der Welt

andreas.markt-huter - 02.03.2018

„Ohne das Gespräch mit der Antike, das die Kultur der Renaissance – Thema unserer Darstellung – zum Zentrum hat, wären diese Umbrüche undenkbar gewesen. Ohne die Möglichkeit, miteinander und gegeneinander zu reden, kritisch zu diskutieren, öffentlich zu räsonieren, wäre weder die Demokratie entstanden, noch jene Fülle technischer Neuerung und wissenschaftlicher Erkenntnisse hervorgebracht worden, die unsere Zeit prägen, im guten wie im schlechten.“ (17)

Im Mittelpunkt der Möglichkeiten und der Bedeutung der Renaissance wird die Kunst der Konversation und damit das „Prinzip Streit“ gestellt, womit die Offenheit der Diskussion für Irrtümer, gegensätzliche Meinungen und Infragestellung der eigenen Standpunkte gemeint ist. Ihre Wurzeln hat diese Kultur der Denkform in der Antike, die über zahlreiche Umwege und Vermittlungen ihren Weg wieder zurück nach Europa gefunden hat, von wo aus sie ihren rasanten Siegeszug über die Welt aufnehmen wird.

Gordon Korman, Masterminds - Im Auge der Macht

andreas.markt-huter - 01.03.2018

„Randy hat geschrieben, dass er gar nicht bei seinen Großeltern ist, sondern auf irgendeinem Internat. Er glaubt in Serenity geht irgendeine Verschwörung vor sich. Oder vielleicht auch keine Verschwörung, aber irgendwas. Er hat jedenfalls geschrieben, hier sei was »faul«.“ (81)

In der kleinen Gemeinde Serenity in New Mexiko, mit seinen 185 Einwohner herrscht ein scheinbar beschauliches, idyllisches Leben. Es gibt weder Arbeitslosigkeit noch Armut, Obdachlosigkeit oder Verbrechen und vor kurzem wurde „Serenity zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität in den USA gewählt“ (6). Alle Einwohner arbeiten entweder in der Plastikfabrik oder für die Gemeinde.

Tomer Gardi, Broken German

h.schoenauer - 28.02.2018

Ein richtig wilder Roman kann mit einem einzigen Kapitel die pädagogisch wertvolle Sprach-Ausbildung einer ganzen Generation zunichtemachen. Wer einmal entgleistes Deutsch jenseits aller Grammatik-Hecken und Deklinations-Gebüsche erleben will, muss sich auf Broken German einlassen.

Tomer Gardi scheißt sich nichts, was der Erzähler sagen muss, sagt er mit Händen und Füssen und einer Sprache, die nur fallweise als Deutsch zu erkennen ist. So in etwa dürfte eines Tages gesprochen werden, wenn Europa durchmigriert ist. Am ehesten passt noch der Ausdruck Pidgin-German für diesen grob mit der Kreissäge aus dem Erzähl-Holz geschnittenen Scheiterhaufen des schönen Sprechens.

Jadwiga Kowalska, Ich bin ein Wolf, sagt Hase

andreas.markt-huter - 27.02.2018

„Wenn es dunkel wird, muss sich Hase ganz allein auf den Heimweg machen. Davor hat er schreckliche Angst. Er nimmt allen Mut zusammen und rennt so schnell er kann durch den Wald.“

Hase liebt es mit seinen Freunden Eule, Maulwurf und Igel Verstecken zu spielen, aber wenn es Abend wird und er sich allein durch den Wald auf den Weg nach Hause machen muss, bekommt er es stets mit der Angst zu tun.

Renate Aichinger, endeln

h.schoenauer - 26.02.2018

Es ist eine geheime Anordnung im Umlauf, wonach sich Lyrik immer auch um die aktuellen Umgangsformen in punkto Sprachstil und Themenfindung zu kümmern hat.

Renate Aichinger greift diese Anordnung aufmerksam auf und markiert ihre Gedichte mit Hashtags, wie man eben in manchen Internet-Foren seine Nachricht markiert und einer globalen Netz-Ordnung zuführt. Lange als wertloses Buchsetzer-Zeichen gehandelt, ist der Hashtag durch Twitter ein unverzichtbares Zeichen der Kommunikation geworden. Diesem brandheißen Zeichen der Gegenwart stellt die Autorin eine alte handwerkliche Tätigkeit entgegen, das „Endeln“ nimmt den Fransen am Ende einer Stoffbahn die Schärfe und verhindert die Auflösung des Stoffes von seinen Rändern her.

Gerald Auer, 100 x Textverständnis

andreas.markt-huter - 23.02.2018

„Liebe Lehrer*, viele Schüler tun sich schwer, selbst kurze und vermeintlich leicht verständliche Sach- und Fachtexte richtig zu lesen. Das stellt die Fachlehrer immer wieder vor Probleme, da Inhalte zumeist über Sachtexte vermittelt werden. […] Dieses Buch möchte Sie bei Ihrem Anliegen unterstützen, das Textverständnis und damit die sprachlichen Kompetenzen ihrer Schüler weiterzuentwickeln.“ (6)

100 interessante und schülergerechte Sachtexte aus verschiedenen Themenbereichen wie Biologie, Chemie, Physik, Geschichte, Erdkunde, Psychologie, Philosophie u.a. werden für vier Schwierigkeitsstufen für die Jahrgangsstufen 5 – 10 aufbereitet. Zu den Lesetexten können Inhalt und Verständnis mit Hilfe von Multiple-Choice Aufgaben abgefragt werden.