Antje Bohnstedt, Allerbeste Freunde - Die Zwergenplage
„»Wer hat meinen Honig geschleckt?«, brummt Mo. »Na gut, dann futter ich eben ein paar Kekse!«, beschließt er. Aber was ist das? Die Kekse sind weg! Statt dessen liegt ein kleiner Zwerg in der Dose und grinst.“
An einem heißen Sommermorgen sind die allerbesten Freunde Pit, der Pinguin und Mo der Bär bereits sehr früh mit ihrer Arbeit im Garten beschäftigt. Nur Hugo, der Hase, hat etwas anderes im Sinn. Er füttert die Zwerge, obwohl er das nicht tun sollte, den schon bald, finden sich die kleinen Plagegeister im ganzen Wohnmobil wieder. Als Mo bemerkt, dass die Zwerge seine Kekse und seinen Honig aufgegessen haben, wird er wütend. Doch die Zwerge lassen sich von dem großen Bären nicht beeindrucken.
Wenn eine versteckte Nuance in den Titel rutscht, werden dadurch auch alle anderen Begriffe in einen neuen Kontext gestellt. „Sora bezeichnet im römischen Dialekt eine Frau der einfachen Volksschichten.“ (179)
Die Literatur schafft die Möglichkeit, die Zeit so zu verdichten, dass sie in einem Wimpernschlag untergebracht werden kann. Diese Verdichtung lässt sich auf ein ganzes Leben ausdehnen, so dass in quasi in einem Standbild der Erinnerung alles aufgezeichnet ist.
„Und dann passierte etwas, mit dem Owen nie im Leben gerechnet hätte. Fünf von Schokolade verschmierte Finger schoben sich aus der Mitte des Buches, packten den Rand und hievten sich heraus.“ (15)
Wenn überall in den Labors Pflanzen, Tiere und Menschen zusammengeklont und genetisch umformatiert werden, dann braucht es wohl einen, der im Sprachlabor das passende Material herstellt. Diesen Teil hat der Sprachkünstler und -erfinder Markus Köhle übernommen.
„Das Forschungsteam besteht aus sieben Leuten. Sie wollen die tiefsten Gräben der Ozeane erkunden. Ihre erste Expedition führt sie zum Mariannengraben. Zwei Männer werden im Tauchboot Orion bis zum Grund hinabtauchen. Die Mannschaft des Schiffs Andromeda wird auf dem Bildschirm verfolgen, was in der Tiefe passiert.“ (6)
Der Reiz von Kriminalerzählungen liegt vor allem darin, dass sie zeigen, wie jede mögliche oder unmögliche Situation entgleisen und zu einem Kriminalfall werden kann. Gerade Österreich, das Land der Dauerentgleisungen, entwickelt sich zunehmend zu einem Paradies für Kriminalschriftstellerinnen.
„Die kleine Schusselhexe war erst 99 Jahre alt. Darum war es auch nicht schlimm, dass sie manchmal die Hexensprüche verschusselte. So jungen Hexen durften das. Aber einmal hatte sie einen ganz schlimmen Tag. Da wollte überhaupt nichts klappen …“
Die echten Krimis spielen nicht in der lauen Wachau unter Marillen sondern in den zusammen gestampften Soziotopen der Wälder Kalabriens und des Dschungels von Mailand.
„Mein Leben lang hatte man mir eingeschärft, dass jedes Schicksal sich erfüllen würde, ganz gleich, was man auch tat, um es zu verhindern. Jetzt schlug Ryzek genau das vor: Er wollte sein eigenes Schicksal vereiteln, indem er die Person tötete, durch die es sich erfüllen sollte.“ (218)