Aktuelle Buchtipps

 

Linda Chapman / Lee Weatherly, Der vergessene Ort

andreas.markt-huter - 11.12.2012

„Hüte dich vor dem fiesen, faulen Atem des Sumpfschrecks, der in den Sümpfen und Mooren haust. Er ist nur sehr schwer zu verletzen, und es ist fast unmöglich, ihn zu besiegen.“ (59)

Sophie ist seit kurzem die neue Wächterin, welche die Pforte des Schattenreichs zur Menschenwelt bewacht. Ausgestattet mit übermenschlichen Kräften, sobald sich ein Schattenwesen in ihre Nähe begibt, ist es ihre Aufgabe, die Schattenwesen davon abzuhalten, in unsere Welt einzudringen.

Markus Köhle, Hanno brennt

h.schoenauer - 10.12.2012

So wie es keine eindeutigen Sachverhalte gibt, gibt es natürlich auch keine eindeutigen Wörter. Am ehesten können Wortketten im Hirn eine Art Richtung des Denkens auslösen, mehr ist im Hirn nicht drin.

Markus Köhle, der mehrfach gekrönte König der Slam Poetry schafft es mit seinem Roman, Sprachkritik, Handlung und politische Logik auf die Reihe zu kriegen.

Alice Roberts (Hrsg.), Die Anfänge der Menschheit

andreas.markt-huter - 09.12.2012

„Die Anatomie unserer Vorfahren verrät und viel über ihr Aussehen, lässt aber auch Rückschlüsse auf ihr Verhalten zu. Artefakte wie Werkzeuge, Malereien und andere Ausdrucksformen der Kunst geben uns Einblicke in die Kultur dieser Menschen.“ (32)

Die Anfänge der Menschheit lassen sich derzeit knapp 7 Millionen Jahre zurückverfolgen und sprechen in Form von Fossilien und Steinwerkzeugen eine mitunter beredte Sprache. Das mehr als 250 Seiten starke Sachbuch über die Anfänge der Menschheit besticht gleich zu Beginn durch sein üppiges Bildmaterial aus Fotos, Zeichnungen, vor allem aber durch die beeindruckenden Rekonstruktionen der Brüder Kennis. Ihnen gelingt es mit ihren lebensechten Abbildern unseren verwandten Vorfahren gleichsam ins Auge zu schauen.

Michael Köhlmeier, Das Sonntagskind

andreas.markt-huter - 08.12.2012

„Die Burgenländer sind ein begabtes Volk. Das kommt von den Bergen, die es dort nicht gibt. Nirgendwo, heißt es, gibt es so viele Sonntagskinder pro tausend Einwohner wie im Burgenland.“ (7)

Das Erzählen von Märchen und Witzen haben eines gemeinsam: sie sind eine Kunst und bestechen vor allem durch die Leichtigkeit, mit der sie vorgetragen werden. Michael Köhlmeier ist ein Meister seines Fachs und hat von Mythen, Sagen und Märchen wohl schon alles erzählt, was in unserer abendländischen Kultur Wert und Bedeutung hat.

Brigitte Jaufenthaler, Diva & Angelo

h.schoenauer - 07.12.2012

Ein Krimi kann offensichtlich in jedem Milieu spielen, weil es in jedem Milieu Abweichungen von der Moral gibt. Die provinzielle Universität Innsbruck, eingekreist von akademischen Ritualen, ist natürlich ein ideales Terrain zum Abwickeln eines Krimis mit Kleingeistern als Helden.

Brigitte Jaufenthaler lässt im Studentenmilieu recherchieren. Vinzenz, der Mini-Dozent, und Theresia, die musische Studentin, treffen an einer Bar aufeinander und beginnen akademisch verbrämt ein lustvolles Geschlechtsverhältnis. Jetzt kann man mit alpin-trivialen Namen natürlich keinen Recherche-Baum ausreißen, weshalb sich die beiden Diva und Angelo nennen.

Luise Holthausen, Die Weihnachts-Wette

andreas.markt-huter - 06.12.2012

„Wer von uns die tollste Weihnacht aller Zeiten feiert.“ Max hält Jannik die Tatze hin. „Ohne einzuschlafen.“ Jannik schlägt mit seiner Pfote ein. Die Wette gilt. (22)

Max der kleine Bär und sein Freund Jannik der kleine Fuchs haben noch nie etwas von Weihnachten gehört, als sie eine Gruppe junger Kinder beim Eislaufen auf dem See belauschen.

Alfred Gelbmann, Trümmerbruch oder Die Entdeckung des glücklichen Raumes

h.schoenauer - 05.12.2012

„Ein Friedhof ist ein Friedhof. Man sollte von einem Friedhof nicht mehr erwarten, als er für die Toten bedeutet. Die Lebenden sind Gäste auf Friedhöfen.“ (50)

Alfred Gelbmann gilt als der Meister der „lapidaren Logik“, worin Selbstverständlichkeiten enträtselt werden, indem sie ähnlich dem Roman nouveau in ihre Einzelteile zerlegt werden.

Käthe Recheis, Wölfchen Schlaufkopf

andreas.markt-huter - 03.12.2012

„Wölfchen Schlaukopf wanderte über die Erde. Wo immer etwas nicht so war, wie es sein sollte, brachte er es in Ordnung. Mit Hilfe der Macht, die ihm der große Geist gegeben hatte …“ (16)

Nachdem der Große Geist die Berge, Täler, Seen, Pflanzen und Tiere erschaffen hat, gab es einige Tiere die nicht so richtig glücklich mit ihrem Los waren, allen voran Wölfchen Schlaukopf. Er haderte mit seinem Namen, wollte so stark sein wie ein Bär, so groß wie ein Büffel oder so hoch fliegen können wie ein Adler. Der Große Geist gewährt daraufhin allen Unzufriedenen einen Tag, an dem sie ihre Wünsche äußern können.

David Vann, Die Unermesslichkeit

h.schoenauer - 03.12.2012

Die Seele ist ein weites Land, heißt es bei Schnitzler, und David Vann scheint die Parole ausgegeben zu haben: Die Seele ist ein wildes Land.

Im Sinne einer Robinsonade verlaufen sich Gary und Irene in der Unermesslichkeit Alaskas. Er hat einmal in Kalifornien Beowulf studiert und versucht jetzt, diese archaische Story samt ihrer schicksalshaften Sprache auf einer stürmischen Insel umzusetzen, sie hat irgendwie eine Spur indigener einheimischer Wurzeln, aber jetzt ist sie überfordert und am Ende, rasende Schmerzen in den Stirnhöhlen tun ein Übriges.

Michael Zeidler, Abenteuer mit Archimedes, Pythagoras & Co.

andreas.markt-huter - 30.11.2012

„Die Magier der Sarazenen webten eine mächtigen Zauber und verfluchten die Burg und deren Bewohner. Borkenkinns Rache war fürchterlich. Er zapfte die ureigenen Reserven der Natur an und verwandelte das Sarazenenheer in Bäume.“ (88)

Simon verbringt seine Sommerferien bei den Großeltern im fränkischen Wollebach, wo er im sommerlichen Übermut seiner Phantasie freien Lauf lassen kann.