Aktuelle Buchtipps

 

Luis Stefan Stecher, Vorübergehend Bild, zu ebner Erde wohnend

h.schoenauer - 16.04.2013

Poesie entsteht nicht im Augenblick des Schwärmens sondern in der Disziplin über Jahrzehnte. Diese poetische Einschätzung gilt für Luis Stefan Stecher, für dessen fünfundsiebzigsten Geburtstag der Folio-Verlag eine mustergültige Sonett-Sammlung zusammengetragen hat. In zwölf Zyklen zu je zwölf Sonetten eröffnet sich somit die lyrische Welt des Jubilars.

Wie mannigfaltig konzentrisch die Motive komponiert sind, lässt sich am besten darstellen, wenn man die Themen der einzelnen Bildkreise ins Auge fasst. Reisebilder, Kindheitsbilder, Landschaftsbilder, Liebesbilder, Menschenbilder, Kunstbilder, Vexierbilder, Lebensbilder, Krankenbilder, Andachtsbilder, Weltbilder, Zeitbilder.

Annika Siems, Meister der Tarnung

andreas.markt-huter - 15.04.2013

„Auch die Stabschrecke ist perfekt an ihren Lebensraum angepasst. Sie imitiert die Äste, auf denen sie lebt. Diese Anpassung in Farbe und Form nennt man Mimese.“

„Meister der Tarnung“ ist ein beeindruckender Rundgang durch die Welt der Tarnung und Täuschung. Dabei überzeugen die Choreographie der Darstellung ebenso, wie die detailgetreuen Illustrationen.

Marion Schiffler, Ich war das Jadekind

h.schoenauer - 14.04.2013

Wenn in einem Landstrich wie Südtirol ein besonderer patriotischer Mythos gepflegt wird, so wird oft darauf vergessen, dass viele kreative Seelen ausgewandert sind, andere haben schon die Welt gesehen und sind dann wieder ins Gebirge heimgekehrt.

Marion Schiffler berichtet in ihrer autobiographischen Erzählung von ihrer Kindheit zwischen 1924 und 1938 in Kanton und Hongkong. Ihr Vater ist als Vertreter des deutschen Konzerns IG Farben in China stationiert, so dass es dem Kind an Wohlstand nicht mangelt.

Jonas Torsten Krüger, Drei fürs Museum

andreas.markt-huter - 12.04.2013

„Liebe Sarah, herzlichen Glückwunsch! Da Du in dem Ruf stehst, zu den größten Rätsellösern Wiens zu gehören, habe ich Dich ausgewählt. Dein Gewinn wird unglaublich sein – also zögere nicht.“ (11)

Sarah, Lukas und Janosch lieben das Naturhistorische Museum in Wien und besuchen es beinahe täglich. Sarahs Vater arbeitet als Wissenschaftler im Museum, sodass sie auch zahlreiche für die meisten Besucher verborgenen Plätze und Geheimnisse des Museums kennt.

Thomas Schafferer / Johanna Maria Egger / Daniel Furxer, Pitsch, Patsch, Putsch

h.schoenauer - 11.04.2013

Was wie ein politischer Auszählreim klingt, ist ein poetisch-journalistisches Schreibprogramm der literarischen Connection „Die Schreibmaschinen“, die ihrerseits im Dachverband der Innsbrucker Literaturzeitschrift „Cognac und Biskotten“ untergebracht sind.

Die Schreibmaschinen treten lose in stets veränderter Form in den diversen Literaturzentren auf oder machen wie im Falle Budapest eine unscheinbare Stadt durch ihren Aufenthalt zu einem literarischen Ereignis.

Kirkpatrick Hill, Starker-Sohn und Schwester

andreas.markt-huter - 10.04.2013

„Daddy schlief noch immer, als sie am Morgen wach wurden. Starker-Sohn machte Feuer, briet wieder ein paar bannocks und kochte Kakao. Dann warteten sie einfach darauf, dass Daddy aufwachte. Gegen Mittag wurde ihnen klar, dass etwas nicht stimmte.“ (39)

John, ist knapp elf Jahre alt, ziemlich klein für sein Alter und wird von allen nur „Starker Sohn“ genannt, während seine achtjährige Schwester Annie Laurie den Spitznamen „Schwester“ trägt. Sie gehören zum Stamm der Athapaskenindianer, deren Dörfer sich am Yukon in Alaska befinden. Ihre Mutter ist schwanger und stirbt bei der Geburt ihres Kindes. Ihr Vater betrinkt sich und kommt tagelang nicht nach Hause.

Hans Platzgumer / Didi Neidhard, Musik ist Müll

h.schoenauer - 09.04.2013

Manches um uns herum ist so permanent unauffällig anwesend wie der Blutdruck, dass wir es erst wahrnehmen, wenn wir und bewusst daran heranmachen.

Hans Platzgumer und Didi Neidhard stellen eine verrückt klare Gleichung in den Hör-Raum: Musik ist Müll. Der Essay verwendet dabei eine einfache Szene, wie sie am Kontinent täglich millionenfach vorkommt, der Vater bereitet für den Sohn eine schnelles Frühstück und der Sohn lässt vom Smartphone „Plastik-Musik“ herunter rauschen.

Maryrose Wood, Aller Anfang ist wild

andreas.markt-huter - 08.04.2013

„Kommt heraus, damit ich euch sehen kann.“ Die drei Wesen gehorchten – aber es waren keine Hunde oder Ponys oder irgendwelche anderen Vierbeiner. Es waren drei Kinder und sie hatten ihre glänzenden, wachsamen Augen auf Penelope geheftet wie scheue Tiere. (43f)

Penelope Lumley ist fünfzehn Jahre alt und Absolventin des Swanburne-Instituts für kluge Mädchen aus armen Verhältnissen. Ihre Schuldirektorin Miss Mortimer, die von Penelope über alles verehrt wird, hat die Stellenanzeige, in der eine Gouvernante für drei lebhafte Kinder auf Ashton Place entdeckt, woraufhin sich die junge angehende Erzieherin auf den Weg in das Herrenhaus begibt, um sich für die geheimnisvolle Stelle zu bewerben.

Hans Winkler u.a. (Hg.) Franz Held

h.schoenauer - 08.04.2013

Tut weniger saufen und statt dessen mein Buch subskribieren, vielleicht gibt’s doch noch einen Rausch.

Diese literarisch-patriotische Aufforderung des Schriftstellers, Aussteigers und Emigranten Franz Held zur Publikation seiner Gedichte zeigt bereits den skurril-realistischen Zugang, den der Autor gegenüber seinen Zeitgenossen und der Welt überhaupt an den Tag legt.

Erhard Dietl, Mein Bilderbuchschatz

andreas.markt-huter - 03.04.2013

„Wenn ich groß bin, werde ich Erfinder! Ich erfinde ein Wunderparfüm … das riecht so gut, dass alle davon fröhlich werden.“ (119)

„Mein Bilderschatzbuch“ umfasst acht Bilderbuchgeschichten des Schriftstellers und Illustrators Erhard Dietl, die zwischen 1991 und 2007 entstanden sind. Gleich zu Beginn erleben wir ein Abenteuer seiner wohl berühmtesten Figuren, der Olchis. In der Geschichte „So schön ist es im Kindergarten“ erleben die jungen Leserinnen und Leser was die etwas chaotischen Olchis unter einem tollen Kindergartentag verstehen.