Aktuelle Buchtipps

 

Zoran Drvenkar, Der letzte Engel

andreas.markt-huter - 09.02.2013

„Und dann war da noch eine Mail ohne Betreff von einem mir fremden Account. Ich las den Text. Zweimal. Danach saß ich etwas verwirrt an meinem Schreibtisch und las ihn ein drittes Mal. >sorry für die schlechte nachricht / aber wenn du aufwachst, wirst du tot sein / wir wollten nur, dass du das weißt / du bist nicht allein / sei mutig und stark<“

Markus, der von seiner Freunden aber nur Motte gerufen wird, lebt mit seinem Vater allein in Berlin. Im Alter von neun Jahren nahm ihn seine Mutter mit auf eine Reise nach Dänemark, wo sie nach einem geheimnisvollen Telefonat, für immer verschwand. Sein Vater brachte ihn wieder heim und kümmerte sich von dieser Zeit ab alleine um ihn.

Gerard Kanduth, vice versa. – Gedichte / pesmi / poesie.

h.schoenauer - 08.02.2013

Das Umdrehen der Gegebenheiten, das Vertauschen von Standpunkten und das Austauschen von Rollen sind wichtige Maßnahmen in der Literatur, um das sogenannte Selbstverständliche jeweils aus den Angeln zu heben.

Gerard Kanduth zerlegt in seinen Gedichten das scheinbar für die Ewigkeit Festgeschriebene, indem er Gedankengänge unerwartet im rechten Winkel abbiegen lässt und die erwartete Coda eines Ideenbündels als aufgedröselte Einzelteile darbietet.

Blake A. Hoena, Gefahr aus dem Weltraum

andreas.markt-huter - 07.02.2013

„Superman fühlte sich benommen. Sein Rücken schmerzte, und sein Kopf pochte. Er sah zu der roten Sonne hinauf. Ihre Strahlen gaben seinem Körper keine Kraft mehr.“ (27)

Der Reporter Clark Kent wird in die Sternenwarte gerufen, um eine merkwürdige Entdeckung zu berichten. Ein unbekannter Himmelskörper befindet sich genau zwischen Erde und Sonne.

Walter Grond, Mein Tagtraum Triest

h.schoenauer - 06.02.2013

Ein guter Tagtraum hat den Vorteil, dass man in ihn phasenweise selbst intellektuell eingreifen kann, um das plastisch-phantastische eines Volltraumes ein wenig zu strukturieren. Die Methode des Tagtraums eignet sich daher in der Literatur vorzüglich zum Darstellen realer Sachverhalte mit einem Schuss Unwahrscheinlichkeit.

Walter Grond lässt in seinem Roman einen Erzähler die Stadt Triest wie in einem Tagtraum erleben. Als Handlung ist eine Familien-Struktur im Ambiente des Großvaters angelegt, wobei sich Gerüchte, mündliche Überlieferung und Stammbaum-Theorie überlagern.

Ulrike Kuckero, Till Wiesentroll und die Rettung des Riesen

andreas.markt-huter - 05.02.2013

Der riesige Bergdroll Gonnerdroll liegt krank in seiner Höhle und brüllt vor Schmerzen, dass die Erde erbebt. Wie gut, dass es Freunde gibt wie Till Wiesentroll, der alles unternimmt, um dem gutmütigen Bergdroll zu helfen.

Als Till der kleine Wiesentroll eines Morgens erwacht, dringen merkwürdige Geräusche an sein Ohr, die ihn an einen Sturm, an ein Gewitter oder an ein Erdbeben erinnern. Auch seine Freunde der Nebeltroll, der Wasserfalltroll und der Eistroll wissen sich keinen Reim auf das merkwürdige Ächzen und Zischen zu machen, die von den Bergen zu kommen scheinen.

Jürgen-Thomas Ernst, Levada

h.schoenauer - 04.02.2013

Manchmal müssen in der Literatur die Figuren durch die Hölle und versuchen dabei den Leser in den Strudel ihres Schicksals zu ziehen.

Jürgen-Thomas Ernst lässt in seiner Erzählung „Levada“ den Überlebenden einer Höllen-Ehe darüber räsonieren, wie ein Zusammenleben zwar ständig an der Kippe steht, aber wie in einer geheimen Mission über die Bühne und durch das Leben gebracht werden muss.

Kirsten Boie, Der Junge, der Gedanken lesen konnte

andreas.markt-huter - 02.02.2013

„Bronislaw!“, hab ich gebrüllt. Ich bin nicht weggerannt. Ich hab mich neben ihm auf die Knie fallen lassen. Und das war von meinem Abenteuer nicht mal der Anfang, das war schon die Mitte. Ich hab es nur nicht gewusst. (6)

Valentin ist zehn Jahre alt und ein wenig klein für sein Alter. Er war mit seiner Mutter von Kasachstan nach Deutschland ausgewandert, nachdem sein älterer Bruder Artjom tödlich verunglückte. Als seine Mutter zur Marktleiterin in einem Supermarkt befördert wird, wechseln sie ihre Wohnung und Valentin steht wieder einmal ganz ohne Freunde da.

Rita Egger, Auf der Bozner Wassermauer

h.schoenauer - 01.02.2013

In der Literatur gibt es vom Klang der Namen her gesehen Orte der Konfrontation und Orte der Versöhnung.

Rita Egger sucht in ihren dreizehn Sommergeschichten wohlwollend gesonnene Orte auf, an denen sie ihre Figuren räsonieren, lustwandeln und mit Gelassenheit das eigene Leben überblicken lässt.

Katja Mensing, Punkt, Punkt, Komma, Strich ...

andreas.markt-huter - 31.01.2013

„Hier kommt ein Tropfen angespritzt, an dem vorn eine Schnauze sitzt. Mit vier Flossen springt er munter durch die Wellen hoch und runter.“ (4)

Begleitet von lustigen Reimsprüchen erhalten wir übersichtliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen für das Zeichnen von Tieren. Am Beginn steht die Katze mit dem bekannten Kinderspruch: Punkt, Punkt, Komma, Strich …

Susa Hämmerle, Klabautermanns Geheimnis

andreas.markt-huter - 29.01.2013

„Was genug ist, ist genug!“, beschloss Brabbel. „Ich werde jetzt auf der Stelle den Schwarzen Träumling suchen und ihn fragen, warum er mir so grässliche Träume schickt. Und wehe ihm, wenn er mir keinen guten Grund dafür sagen kann!“ (20)

Der junge Brabbel hängt in seinen Gedanken ständig Fragen hinterher wie z.B. warum die Erde rund ist oder ob sich die schönen und die grässlichen Geheimnisse auf dieser Welt die Waage halten oder wo Gedanken hingehen, wenn man nicht mehr an sie denkt.