Bernard Evslin, Vom Kampf um Troja

Wohl wenige Geschichten wurden so häufig für junge Leserinnen und Leser nacherzählt und bearbeitet wie Homers Ilias und Odyssee, was die Anziehungskraft bestätigt, die von den beiden ältesten literarischen Zeugnissen Europas nach wie vor ausgehen.
Bernard Evslins Jugendbuch Vom Kampf um Troja hat mittlerweile ebenfalls das stattliche Alter von 40 Jahren erreicht, seit es zum ersten mal erschienen ist. Nun wurde seine Nacherzählung der Ilias in der Reihe Hanser neu übersetzt und mit Bildern von Dieter Wiesmüller illustriert herausgegeben. Eine gute Entscheidung, denn Evslins Neuerzählung des berühmten Sagenstoffes liest sich auch heute noch spannend und bietet einen ausgezeichneten Einstieg, in die Geschichte um den Kampf um Troja.

Träume sind das halbe Leben, heißt es im Volksmund. Ob man sie nun bei Tage als unerreichte Zukunftspläne aussitzt, in der Nacht als handfeste Geschichten herunter spult oder auf der Couch dem Psychiater an den Kopf wirft, immer geht es um einen beinahe komplementären Zustand zur sogenannten Realität.
Der Sinn des Lebens lässt sich mannigfaltig suchen, und was jemand dabei tut, ist letztlich egal, Hauptsache er macht es ein Leben lang.
Auch wenn der Alltag manchmal in seiner flachen Erscheinung das Hirn gerne in einem Flachbett ruhen lässt, gibt es erstaunlicherweise gerade im Schulsystem immer wieder Pädagoginnen und Pädagogen, die beim Betreten des Unterrichtsgebäudes die allgemeine Narkose beenden und sich Gedanken machen.
Es gibt Gedichte, die sperren sich in sich selbst ein, sobald sie einen Leser sehen, und es gibt solche, die springen beinahe den Leser an und machen ihn neugierig mit semantisch rätselhaften Umarmungen.
Was ein gelungener Staat sein will, braucht lebenslüsterne Bewohner, eine reale Verfassung und eine Literaturgeschichte. Alle drei lassen sich nicht am Reißbrett planen sondern nur mehr oder weniger aufwändig beschreiben.

