Michelle Lovric, Melodie der Meerjungfrauen

Venedig, die alte Stadt im Meer, bildet die historische Kulisse für eine gruselige Geschichte, die am Ende des 19. Jahrhunderts spielt. Schreckliche Vorzeichen kündigen den drohenden Untergang der Stadt an, die von ihrer finsteren Vergangenheit eingeholt wird.
Michelle Lovric lässt die Geschichte wie einen Gruselfilm beginnen: Dichter Nebel liegt über der Stadt Venedig. Eine Familie will ihre Tochter in San Donata taufen lassen und obwohl sich der Gondoliere lange weigert, die Familie mit seiner Gondel über zu setzen, machen sie sich schließlich auf den Weg. Es kommt zum großen Unglück, bei dem alle, bis auf das Baby, ums Leben kommen. Schnitt - Elf Jahre später.



Manche Romane zielen in keine Richtung, sie explodieren als Rohrkrepierer samt der erzählerischen Abschussrampe.
An manchen Tagen wird in Bibliotheken über alles geredet, außer über Literatur. Für das Bibliothekswesen gibt es ohnehin nur die Unterscheidung zwischen freiwilligem Lesen und Prüfungslesen. Daher tut es zwischendurch äußerst gut, wenn man sich als Bibliothekar einen Meister der Literaturkunde zu Gemüte führt.


