Michael Stuhr, Die Sklaveninsel

Ranji ist ein Privilegierter. Er gehört zu den zehn reichsten Familien einer indonesischen Insel und genießt den Wohlstand. Seine Mutter kandidiert als Premierministerin, sie möchte Missstände wie Korruption und Kinderarbeit bekämpfen.
Die Situation ändert sich blitzartig, als Ranji von einem falschen Sicherheitsmann entführt und in ein verdrecktes Zimmer gesperrt wird. Zuerst ist Ranji entsetzt: Solche Zustände hat er noch nie erlebt, er wusste gar nicht, dass es sie gibt. Bald setzen sich sein Überlebenswille und sein Kämpfergeist durch und er unternimmt einen Fluchtversuch.


Je mieser die Jobs sind, umso seltsamer wird die Berufsbezeichnung. So gibt es einerseits für die goldenen Jobs, wo man eigentlich nichts tun muss außer regelmäßig den Bonus zu kassieren, Phantasieabkürzungen wie CEO, CAO oder CCO, andererseits werden auf der untersten Ebene Reinigungsdienste als Facility-Service angeboten und Handlangerdienste am Kopierer als Copy-Management dargestellt.
In einer Gesellschaft, in der der eigene Körper oft im Mittelpunkt aller Lebensphilosophie steht, ist es natürlich gut zu wissen, was der Körper so macht.

Manchmal baut sich das Ungeheuerliche deshalb vor unseren Augen auf, weil es gar nicht beschrieben ist. Wir sehen, dass alles aus den Fugen geraten ist und machen uns als Leser daran, das Verfremdete irgendwie auf die Reihe zu kriegen.
Wenn er gut formuliert ist, kann der Neid durchaus in Selbstbewusstsein und Stolz übergehen und eine gute Tugend sein.
In einer Gesellschaft, die voll auf Glätte abfährt, wirken bereits Haarrisse wie unüberwindliche Klüfte.