Lesendes Kind: Buchklub der Jugend_DujmicPISA-Studie: Österreich liegt im OECD-Durchschnitt, 24 % der Jugendlichen sind in der leistungsschwächsten Gruppe und somit RisikoschülerInnen. Der Buchklub der Jugend fordert mehr Zeit fürs Vorlesen, damit alle profitieren.

In der Lesekompetenz liegen österreichische SchülerInnen laut der heute vorgestellten PISA-Studie mit 484 Punkten (2015: 485 Punkte) im OECD-Schnitt von 487 Punkten. Anders als in den vergangenen Jahren ist Österreich beim Lesen diesmal nicht statistisch signifikant unter dem OECD-Schnitt gereiht. Das lag allerdings nicht an einer besseren Leistung der heimischen SchülerInnen, sondern am Rückfall anderer Staaten. Seit den ersten Erhebungszeitpunkten blieben die Leistungen der österreichischen SchülerInnen in Lesen in etwa konstant, 7 % gehören zur Spitzengruppe und 24 % der Jugendlichen sind RisikoschülerInnen.

Die Zahl von 17,1 % funktionalen Analphabeten (laut der PIAAC-Studie 2013) zeigt, dass sich der in der Schule beginnende Trend der mangelnden Lesekompetenz im Erwachsenenalter fortsetzt. Was passiert in der Regel mit den jungen Menschen, die Lesen nicht als Basiskompetenz in ihren Alltag integrieren (können)? Sie sind viel stärker als andere von der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, haben beruflich oft weniger Chancen, führen öfter ein fremdbestimmtes Leben und sind auch von der sinnvollen Nutzung digitaler Medien ausgeschlossen.

Buchklub-Geschäftsführerin Lydia Grünzweig erläutert:

Wir wünschen uns mündige erwachsene LeserInnen, anstelle von leicht beeinflussbaren und lenkbaren Menschen. Daher muss mit der Leseförderung bereits vor dem Eintritt in die Schule begonnen werden. Die Lösung? Wenn es nach dem Österreichischen Buchklub der Jugend geht: Vorlesen, vorlesen und wieder vorlesen. Wir Erwachsene sollten Vorlesen, denn das spielt eine ganz wichtige Rolle, wenn es darum geht, dass Kinder Spaß am Lesen und Spaß an Büchern entwickeln können. Wir Erwachsene sind Vorbilder. Bücher im Haushalt und regelmäßiges Vorlesen – das zeigen auch Studien, wie z.B. die Vorlesestudie 2019 der Stiftung Lesen – liefern einen großen Beitrag, dass Kinder später selbst gerne zu Büchern greifen. Dem Vorlesen wird in Europa und auch in Österreich wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Der Buchklub fordert mehr Zeit für das Vorlesen im Alltag: in der Schule und zu Hause.

Dennoch zeigt sich, dass fast ein Drittel der Eltern ihren Kindern nicht oft genug vorliest (höchstens einmal pro Woche oder nie) - ebenso ein Ergebnis der aktuellen Vorlesestudie der Stiftung Lesen. Dabei würde auch im Bereich der Leseförderung die Prävention viel mehr bringen als die nachträgliche Schadensbehebung. Die britische LeseförderOrganisation „BookTrust“ zeigt in ihrer „Social Return on Investment (SROI)-Analysis“ aus
2010, dass die Erträge ihres Lesefrühförderprogramms „Bookstart“ dessen Kosten weit übersteigen – nämlich mit einer Rate von 1:25 (Kosten versus Erträge). Jeder Euro, der in Lesefrühförderung investiert wird, bringt gewissermaßen 25-fache Erträge und verhilft dazu, dass teure Nachschulungen und nachträgliche Leseförderprogramme vermieden werden.

Grünzweig unterstreicht:

Wenn Lesen zu geistiger Gesundheit beiträgt, mündigen Staatsbürgern hilft, ihr Leben sinnvoll zu gestalten und der gesamten Gesellschaft dient – warum also diese Schlüsselkompetenz nicht von Anfang an gezielt fördern? Und zwar bereits in den Familien – nicht erst mit Schuleintritt.

Der Buchklub der Jugend hat sich zum Ziel gesetzt, allen Kindern und Jugendlichen gleiche Bildungs- und Lebenschancen zu verschaffen. Grünzweig:

Wir entwickeln Programme zur Leseförderung schon für die jüngsten in unserer Gesellschaft. Als NonProfit-Organisation sind wir aber auf Unterstützung angewiesen – von Gemeinden, Unternehmen, der Politik. Leseförderung ist ein gesellschaftspolitisches Anliegen, welches wir mit vereinten Kräften unterstützen sollten. Lesen ist eine der Schlüsselqualifikationen für ein selbstbestimmtes Leben. Wenn alle Eltern ihren Kindern jeden Tag 15 Minuten vorlesen – dann ist schon ein großer Schritt in Richtung Leseförderung getan.

Österreichischer Buchklub der Jugend
Seit 70 Jahren setzt sich der Buchklub dafür ein, im sozialen Umfeld der Kinder – vor allem in den Familien und in den Schulen – frühzeitig Lesen und Lesekompetenz zu fördern. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und Kompetenz gilt er als Experte für Leseförderung. Langfristige Leseförderprogramme sind z.B. die LESEGEMEINDEN, das SchuleinschreiberInnen-Magazin, das Archäologie-Projekt „Kinder erforschen Geschichte“ mit GCA und TAG, die Buchgeschenke in den McDonald‘s Happy Meals sowie das Buchempfehlungsprogramm bei HOFER.

PISA
Das „Programme for International Student Assessment“ (PISA) untersucht, inwieweit SchülerInnen gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben, die es ihnen ermöglichen, an der Wissensgesellschaft teilzuhaben. Initiator des Programms ist die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).
PISA 2018 ist der siebte Durchgang der Studie, wobei nach PISA 2000 und PISA 2009 zum dritten Mal die Lesekompetenz den Schwerpunkt bildet – das bedeutet, dass rund die Hälfte aller Aufgaben aus diesem Gebiet stammte und Leseaufgaben als einziges Testfeld von allen teilnehmenden SchülerInnen bearbeitet wurden. In Österreich nahmen 6.802 SchülerInnen aus 291 Schulen aller Schulformen, die von 15-/16-Jährigen besucht werden, an der Studie teil. Die Haupterhebung in Österreich fand in einem 6-wöchigen Testfenster im Frühjahr 2018 statt. Der Test wurde, wie bereits bei PISA 2015, computerbasiert durchgeführt. Die Resultate der Studie mit Fokus auf den Kompetenzen der SchülerInnen in Österreich sind im Ergebnisbericht zu PISA 2018 zusammengefasst.

sommerleseclubÜber 40 teilnehmende Bibliotheken, rund 1.000 begeisterte junge LeserInnen und viel Spaß mit Kaiser Max & Co bei den Abschlussveranstaltungen beim Sommerleseclub 2019 in ganz Tirol.
 
Auch im „verflixten“ 7. Jahr war die Begeisterung für den Tiroler Sommer-Leseclub 2019 ungebrochen. Fast 1000 Kinder freuten sich über das tolle Angebot von 41 Bibliotheken in ganz Tirol, die während der Sommermonate ihre Bücherregale für alle TeilnehmerInnen der beliebten Leseförderungsaktion kostenlos zugänglich gemacht hatten.

Wer in der Weihnachtszeit mit seinen Kindern, zu zweit oder auch alleine durch die Gassen der Innsbrucker Altstadt bummelt, sollte sich ein wenig Zeit für eine kleine vorweihnachtliche Märchenreise nehmen. 28 Figuren - von der Frau Hit bis Pinocchio blicken von den Häuserfassaden der Altstadt und entführen die Betrachter in die Welt der Märchen und Tiroler Sagen.

Bereits seit mehreren Jahren erfreuen sich Kinder aber auch Erwachsene an den Märchen- und Sagenfiguren von Margit Riedmann. Die Kiebachgasse und das Köhleplatzl werden zur Märchengasse mit zahlreichen Figuren aus bekannten Märchen. Die von den Fenstern der Altstadthäuser herunterschauen. Und in der Riesengasse gibt es wie der Name schon sagt, Riesen zu bewundern.

Tiroler Kulturservice 2019.JPGSeit fünfundvierzig Jahren vermittelt die Tiroler Kulturservicestelle mittlerweile Kultur direkt in die Klassenzimmer der Tiroler Schulen hinein. Das umfangreiche Angebot reicht von Literatur, über Tanz, Theater, Musik, Bildender Kunst bis hin zu den Themenbereichen Medien, Museumspädagogik oder Film und Fotos. Im Durchschnitt können den Schülerinnen und Schülern in Tirol mehr als 11 Veranstaltungen pro Woche geboten werden.

Neben dem Jahresbericht der Tiroler Kulturservicestelle für das vergangene Schuljahr wurde auch das neue Programm vorgestellt, das den Schülerinnen und Schülern auch für das kommende Jahr attraktive Veranstaltungen verspricht.

tiroler vorlesetag1 209Nach dem Auftakt des Tiroler Vorlesetags vor drei Jahren, hat sich die Leseförderaktion des Landes Tirol mittlerweile bereits als gemeinsamer Lesetag an Tiroler Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen etabliert. Am 18. November wird in allen Bezirken Tirols wieder Spannendes und Unterhaltendes vorgelesen. Auch für dieses Jahr haben sich zahlreiche Prominente Tiroler bereit erklärt, in Kindergärten, Schulen, Öffentlichen Büchereien, Wohn- und Pflegeheimen u.a. Orten zu lesen.

Ziel des „Tiroler Vorlesetags“ ist es, tirolweit auf die Wichtigkeit des Vorlesens und Lesens öffentlich hinzuweisen. Die zahlreichen Vorlese-Veranstaltungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass immer noch gerne Vorgelesen und Zugehört wird.

duintro.PNGIm Juni 2018 verstarb die große österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger. Kurz vor ihrem Tod sagte sie in einem Interview, dass sie aufgehört habe, Kinderbücher zu schreiben. Der Grund sei ihr fortgeschrittenes Alter und das fehlende Verständnis für die Lebenswelt der heute lebenden jungen Menschen: "Wie soll ich denn wissen, was Kinder bewegt, wenn sie einen halben Tag lang über dem Smartphone sitzen?"

Ihre eigene Kindheit sei bereits eine historische, sagte die vielfach ausgezeichnete Autorin in diesem Interview. Ebendiese Kindheit ist nun Thema eines Buches der Nöstlinger, das der G&G Kinderbuchverlag in der Reihe Nilpferd veröffentlicht hat. „Der Überzählige“ heißt das posthum erschienene, autobiografische Werk, das von der Kinderlandverschickung des Sommers 1945 handelt. Auch die damals 8-jährige Nöstlinger wurde zum Aufpäppeln zu Bauern aufs Land geschickt.

Albrecht Dürer, Porträt von maximilian 1.jpgVor 500 Jahren, am 12. Januar 1519 starb Kaiser Maximilian I., mit dem der Aufstieg des Habsburgerreichs zur Weltmacht seinen Anfang nahm. Bis heute gilt er in Österreich und ganz besonders in Tirol als einer der populärsten Kaiser, mit dem die Stadt Innsbruck für eine Zeit in das Zentrum der Weltpolitik gerückt war.

Maximilians Landlibell aus dem Jahr 1511, in dem er gemeinsam mit den Tiroler Landständen den Kriegsdienst zur Verteidigung des Landes schriftlich festgehalten hatte, entfaltete Jahrzehnte nach seinem Tod eine eigene Bedeutung. Er trägt mit den zahlreichen Sagen und Geschichten rund um das Leben des „letzten Ritters“ zu seiner großen Nachwirkung bis in die Gegenwart bei.

buchdruckDie Erfindung des Buchdrucks gilt für viele als die einflussreichste Erfindung des Mittelalters, mit der die Wende zur Neuzeit eingeleitet worden ist. Sind zuvor Bücher und das Lesen von Büchern einigen wenigen Menschen vorbehalten geblieben, ist die Zahl der Leserinnen und Leser seitdem unaufhaltsam angestiegen.

Die Auswirkungen der neuen Technik hatten unmittelbare gesellschaftliche und politische Folgen, die schon bald in der Reformation gipfelten, in der die Bibel und die selbständige Interpretation der Schrift im Mittelpunkt der neuen religiösen Weltanschauung gestanden hat. Auch Renaissance und Humanismus verdanken ihren überregionalen Einfluss der Verbreitung antiker und moderner Schriften durch den neuen Buchdruck.

hans haidDer Tiroler Volkskundler und Dialekt-Dichter Prof. Dr. Hans Haid war einer der ganz großen der österreichischen Dialektliteratur. Mit seinen kraftvollen und natur- und kulturbezogenen Gedichten und Romanen stellte er die Oberflächlichkeit und Flüchtigkeit eines zerstörerischen Tourismus und Raubbaus an der Natur die alte Kultur und die Schönheit der Alpenwelt gegenüber.

Der Tiroler Volkskundler Hans Haid veröffentlichte zwischen 1973 und 2015 39 Sachbücher, Romane und Gedichtbände. Neben Kultur und Brauchtum im Alpenraum war ihm die Ötztaler Mundart, in der er auch zahlreiche Gedichte verfasste, ein besonderes Anliegen. Aufgrund seiner Initiative wurde die „Ötztaler Mundart als eine der ältesten Sprachen Österreichs in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO eingetragen“ (cultura.at). Seit 1997 war er Herausgeber der Schriftenreihe „Ötztal-Archiv“, einer „Talbibliothek, ein »Gedachtnis des Tales«, ein Ort des Forschens, des Lernens und der Erinnerung“.

Wir suchen die Kinder- und JugendbuchkünstlerInnen von morgen!

Zum 19. Mal findet und fördert der DIXI Kinderliteraturpreis Nachwuchstalente im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur: KünstlerInnen, die Texte für Kinder bzw. Jugendliche schreiben oder illustrieren.

Teilnahmebedingungen:
Einreichen können in Österreich lebende Autorinnen und Autoren sowie IllustratorInnen und Illustratoren, die über 18 Jahre alt sind.