Tony Allan u.a., Das alte Griechenland. Die visuelle Geschichte

Andreas Markt-Huter - 20.05.2026

Tony Allan u.a., Das alte Griechenland. Die visuelle Geschichte„In diesem Buch wird die Geschichte Griechenlands erzählt – von der Frühzeit vor rund 400000 Jahren bis zum Ende des Byzantinischen Reiches im 15. Jh. Mit »Griechenland« meinen wir nicht nur das heutige Territorium, sondern die Gebiete, in denen die griechische Kultur damals erblühte.“ (S. 9)

Griechenland gilt bis heute als die Wiege der abendländischen Kultur. Denken, Wissenschaft, Philosophie, Theater, Literatur, Kunst und Demokratie, wie sie im antiken Griechenland das Licht der Welt erblickt haben, prägen noch heute die westliche Welt, was sich auch in zahlreichen Begriffen und in den Grundlagen logischen Denkens widerspiegelt. Das Sachbuch „Das alte Griechenland“ geht diesen Ursprüngen unserer westlichen Kultur von ihren Anfängen in der griechischen Vorzeit bis zum Ende des byzantinischen Reichs untermalt mit einem umfangreichen Bildmaterial, nach.

Sieben Kapitel zeichnen die Geschichte des antiken Griechenlands auf ebenso detaillierte wie anschauliche Weise nach. Kapitel „1 Die Anfänge – Prähistorie bis 900 v. Chr.“ beginnt zunächst mit den ältesten Spuren menschlicher Besiedlung, die mehr als 400.000 Jahre zurückreichen, um anschließend die ältesten Kulturdokumente und Siedlungen der frühneolithischen Periode und anschließend die Kultur der Kykladen, das Minoische Kreta und die Götter- und Mythenwelt der Griechen näher vorzustellen.

Mit Kapitel „2 Aufstieg des Stadtstaats 900-600 v. Chr.“ verlässt die Darstellung das dunkle Zeitalter und tritt in die historische Phase der griechischen Kultur ein, die mit Ilias und Odyssee beginnen. Neben Landwirtschaft, Sprache und Schrift, Kriegsführung, Kolonisation, Heiligtümern u.a. wird auch die Polis als typische Form des griechischen Gemeinwesens aufgezeigt.

Kapitel „3 Spätarchaische Zeit 600-500 v. Chr.“ setzt sich mit der griechischen Philosophie, Literatur und Architektur, dem Aufstieg Spartas und Athens, aber auch der Entwicklung der athenischen Demokratie sowie Alltagsthemen wie Reisen und Transport, Keramik, Kriegsführung auf See, Versklavung oder Künstler und Handwerker anschaulich auseinander.

In Kapitel „4 Athen und Sparta in klassischer Zeit 500-400 v. Chr.“ stehen die beiden großen Kriegsereignissen der griechischen Geschichte, die Perserkriege zw. 490-480 v. Chr. und der Peloponnesische Krieg, zwischen den politisch gegensätzlichen Poleis Athen und Sparta und die kulturellen Entwicklungen und Erscheinungen dieser Epoche nachgezeichnet. Dazu zählen u.a. neben der Entwicklung der Geschichtsschreibung, das Orakelwesen aber auch religiöse Feierlichkeiten, Frauenleben und das griechische Theater.

Kapitel „5 Uneinigkeit und Ordnung 400-323 v. Chr.“ zeigt die Welt nach dem Peloponnesischen Krieg bis zur Vorherrschaft der Makedonen unter Philipp und Alexander dem Großen. Neben der politischen Geschichte kommen auch gesellschaftliche Themen wie die Vermittlung von Staatsakten, das Leben von Nichtbürgern in Athen aber auch Kindheit im antiken Griechenland, das Verhältnis zum Tod sowie Wirtschaft, Münzwesen, Medizin oder Essen und Trinken zur Sprache.

Das Kapitel „6 Das hellenistische Griechenland 323-31 v. Chr.“ zeigt die Verbreitung griechischer Kultur in den von Alexander eroberten Gebieten des Ostens und deren Verbindung mit den heimischen Kulturen. Dabei werden die verschiedenen Nachfolgestaaten Alexanders in Ägypten, Mesopotamien, Kappadokien, Thrakien und Griechenland vorgestellt und die Besonderheiten hellenistischer Kunst erläutert. Aber auch Entwicklungen auf dem Gebiet der Mathematik, Technik und Musik werden exemplarisch dargelegt.

Das abschließende Kapitel „7 Das Nachleben einer Kultur“ zeichnet die Entwicklungen in Griechenland unter römischer Herrschaft, der Christianisierung bis zum Niedergang am Ende der Byzantinischen Ära nach und Verweist auf das kulturelle Erbe des antiken Griechenlands für die Nachwelt. Ein abschließendes umfangreiches Verzeichnis stellt die wichtigsten griechischen Stadtstaaten, Denker und Schreiber, Göttinnen und Götter, Mythen und Kultstätten kompakt vor. Das umfangreiche Glossar hilft zentrale Namen rasch ausfindig zu machen.

„Das alte Griechenland. Die visuelle Geschichte“ präsentiert sich als üppiger Prachtband mit ebenso umfangreichem Sachwissen wie beeindruckenden Bilddarstellungen, Karten und Zeitleisten, die den historischen Verlauf und Geschichtsdarstellung veranschaulichen.

Ein überaus lesenswertes und fesselndes Sachbuch, dem es gelingt, die großartigen Leistungen der griechischen Antike und ihre Bedeutung für die europäische Kultur seinen Leserinnen und Leser auf ebenso verständliche wie bemerkenswerte Weise näherzubringen.

Tony Allan / Michael Kerrigan / Philip Parker / Marcus Weeks / Abigail Baker / Kay Celtel / Susan Deacy / Anna Reeve / David Smith, Das alte Griechenland. Die visuelle Geschichte, hrsg. v. DK Verlag, über 850 Fotos, 3-D-Grafiken, Karten und Zeitleisten, übers. v. Annerose Sieck / Teresa Zuhl [Orig. Titel: Ancient Greece. A Visual History], ab 16 Jahren
München: Dorling Kindersley Verlag 2026, 400 Seiten, 47,70 €, ISBN 978-3-8310-5210-3

 

Weiterführender Link:
Dorling Kindersley Verlag, Tony Allan u.a., Das alte Griechenland. Die visuelle Geschichte

 

Andreas Markt-Huter, 29-04-2026

Bibliographie
Autor/Autorin:
Tony Allan / Michael Kerrigan / Philip Parker / Marcus Weeks / Abigail Baker / Kay Celtel / Susan Deacy / Anna Reeve / David Smith
Buchtitel:
as alte Griechenland. Die visuelle Geschichte
Originaltitel:
Ancient Greece. A Visual History
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsjahr:
2026
Verlag:
Dorling Kindersley Verlag
Herausgeber:
DK Verlag
Übersetzung:
Annerose Sieck / Teresa Zuhl
Seitenzahl:
400
Preis in EUR:
47,70
ISBN:
978-3-8310-5210-3
Kurzbiographie Autor/Autorin:
Tony Allan studierte Geschichte am College Corpus Christi in Oxford. Als Autor hat er über 30 Titel über Mythologie und Geschichte publiziert, darunter The Mythic Bestiary, Archaeology of the Afterlife und The Symbol Detective. Sein Buch Prophezeiungen wurde in zehn Sprachen übersetzt.

Michael Kerrigan ist Autor von Beiträgen über Kunst, Kultur und Geschichte und schrieb die Bücher „Greece and the Mediterranean, The Ancients In Their Own Words und Ancient Rome.

Der Historiker Philip Parker ist Spezialist für die Klassik und das Mittelalter. Seine Arbeit fokussiert u.a. darauf, wie Karten uns Geschichte erzählen.

Marcus Weeks arbeitete nach seinem Studium der Musik und Philosophie u. a. als Lehrer, Restaurator für Musikinstrumente sowie Leiter einer Kunstgalerie. In seinen Veröffentlichungen bereitet er gesellschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Themen verständlich auf. Er ist an zahlreichen Werken der Big Ideas Reihe beteiligt.

Dr. Abigail Baker ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projekts Being an Islander am Fitzwilliam Museum in Cambridge. Zu ihren Forschungen gehört die Geschichte der Museumsarchäologie.

Dr. Kay Celtel ist Autor, Herausgeber und Historiker, der eine Reihen von Büchern und Beiträgen über die Geschichte der Architektur, der Kultur und Literatur geschrieben hat.

Prof. Susan Deacy ist emeritierte Professorin der Universität Roehampton, Honorarprofessorin für die Klassik an der Universität Bristol und Mitarbeiterin am Institut Classical Studies in London.

Dr. Anna Reeve unterrichtet Altertumswissenschaft an der Open University. Ihr Forschung konzentriert sich auf die Sachkultur der Antike, insbesondere auf Zypern.

Dr. David Smith ist assoziierter Wissenschaftler an der Universität Liverpool mit dem Schwerpunkt soziale Organisation und Sachkultur der prähistorischen Kykladen und in Nordgriechenland.