„In diesem Buch wird die Geschichte Griechenlands erzählt – von der Frühzeit vor rund 400000 Jahren bis zum Ende des Byzantinischen Reiches im 15. Jh. Mit »Griechenland« meinen wir nicht nur das heutige Territorium, sondern die Gebiete, in denen die griechische Kultur damals erblühte.“ (S. 9)
Griechenland gilt bis heute als die Wiege der abendländischen Kultur. Denken, Wissenschaft, Philosophie, Theater, Literatur, Kunst und Demokratie, wie sie im antiken Griechenland das Licht der Welt erblickt haben, prägen noch heute die westliche Welt, was sich auch in zahlreichen Begriffen und in den Grundlagen logischen Denkens widerspiegelt. Das Sachbuch „Das alte Griechenland“ geht diesen Ursprüngen unserer westlichen Kultur von ihren Anfängen in der griechischen Vorzeit bis zum Ende des byzantinischen Reichs untermalt mit einem umfangreichen Bildmaterial, nach.
Sieben Kapitel zeichnen die Geschichte des antiken Griechenlands auf ebenso detaillierte wie anschauliche Weise nach. Kapitel „1 Die Anfänge – Prähistorie bis 900 v. Chr.“ beginnt zunächst mit den ältesten Spuren menschlicher Besiedlung, die mehr als 400.000 Jahre zurückreichen, um anschließend die ältesten Kulturdokumente und Siedlungen der frühneolithischen Periode und anschließend die Kultur der Kykladen, das Minoische Kreta und die Götter- und Mythenwelt der Griechen näher vorzustellen.
Mit Kapitel „2 Aufstieg des Stadtstaats 900-600 v. Chr.“ verlässt die Darstellung das dunkle Zeitalter und tritt in die historische Phase der griechischen Kultur ein, die mit Ilias und Odyssee beginnen. Neben Landwirtschaft, Sprache und Schrift, Kriegsführung, Kolonisation, Heiligtümern u.a. wird auch die Polis als typische Form des griechischen Gemeinwesens aufgezeigt.
Kapitel „3 Spätarchaische Zeit 600-500 v. Chr.“ setzt sich mit der griechischen Philosophie, Literatur und Architektur, dem Aufstieg Spartas und Athens, aber auch der Entwicklung der athenischen Demokratie sowie Alltagsthemen wie Reisen und Transport, Keramik, Kriegsführung auf See, Versklavung oder Künstler und Handwerker anschaulich auseinander.
In Kapitel „4 Athen und Sparta in klassischer Zeit 500-400 v. Chr.“ stehen die beiden großen Kriegsereignissen der griechischen Geschichte, die Perserkriege zw. 490-480 v. Chr. und der Peloponnesische Krieg, zwischen den politisch gegensätzlichen Poleis Athen und Sparta und die kulturellen Entwicklungen und Erscheinungen dieser Epoche nachgezeichnet. Dazu zählen u.a. neben der Entwicklung der Geschichtsschreibung, das Orakelwesen aber auch religiöse Feierlichkeiten, Frauenleben und das griechische Theater.
Kapitel „5 Uneinigkeit und Ordnung 400-323 v. Chr.“ zeigt die Welt nach dem Peloponnesischen Krieg bis zur Vorherrschaft der Makedonen unter Philipp und Alexander dem Großen. Neben der politischen Geschichte kommen auch gesellschaftliche Themen wie die Vermittlung von Staatsakten, das Leben von Nichtbürgern in Athen aber auch Kindheit im antiken Griechenland, das Verhältnis zum Tod sowie Wirtschaft, Münzwesen, Medizin oder Essen und Trinken zur Sprache.
Das Kapitel „6 Das hellenistische Griechenland 323-31 v. Chr.“ zeigt die Verbreitung griechischer Kultur in den von Alexander eroberten Gebieten des Ostens und deren Verbindung mit den heimischen Kulturen. Dabei werden die verschiedenen Nachfolgestaaten Alexanders in Ägypten, Mesopotamien, Kappadokien, Thrakien und Griechenland vorgestellt und die Besonderheiten hellenistischer Kunst erläutert. Aber auch Entwicklungen auf dem Gebiet der Mathematik, Technik und Musik werden exemplarisch dargelegt.
Das abschließende Kapitel „7 Das Nachleben einer Kultur“ zeichnet die Entwicklungen in Griechenland unter römischer Herrschaft, der Christianisierung bis zum Niedergang am Ende der Byzantinischen Ära nach und Verweist auf das kulturelle Erbe des antiken Griechenlands für die Nachwelt. Ein abschließendes umfangreiches Verzeichnis stellt die wichtigsten griechischen Stadtstaaten, Denker und Schreiber, Göttinnen und Götter, Mythen und Kultstätten kompakt vor. Das umfangreiche Glossar hilft zentrale Namen rasch ausfindig zu machen.
„Das alte Griechenland. Die visuelle Geschichte“ präsentiert sich als üppiger Prachtband mit ebenso umfangreichem Sachwissen wie beeindruckenden Bilddarstellungen, Karten und Zeitleisten, die den historischen Verlauf und Geschichtsdarstellung veranschaulichen.
Ein überaus lesenswertes und fesselndes Sachbuch, dem es gelingt, die großartigen Leistungen der griechischen Antike und ihre Bedeutung für die europäische Kultur seinen Leserinnen und Leser auf ebenso verständliche wie bemerkenswerte Weise näherzubringen.
Tony Allan / Michael Kerrigan / Philip Parker / Marcus Weeks / Abigail Baker / Kay Celtel / Susan Deacy / Anna Reeve / David Smith, Das alte Griechenland. Die visuelle Geschichte, hrsg. v. DK Verlag, über 850 Fotos, 3-D-Grafiken, Karten und Zeitleisten, übers. v. Annerose Sieck / Teresa Zuhl [Orig. Titel: Ancient Greece. A Visual History], ab 16 Jahren
München: Dorling Kindersley Verlag 2026, 400 Seiten, 47,70 €, ISBN 978-3-8310-5210-3
Weiterführender Link:
Dorling Kindersley Verlag, Tony Allan u.a., Das alte Griechenland. Die visuelle Geschichte
Andreas Markt-Huter, 29-04-2026