„Wieder einmal saß Grimlin auf dem luftigen Sitzplatz, den sich der kleine Wichtel in den untersten Ast der Kastanie gebaut hatte. Gerade ging die Morgensonne auf über der Flüsternden Weite, wie die saftige grüne Wiese vor Grimlins Mooshäuschen von allen Wichteln genannt wurde.“ (S. 13)
Grimlin, der etwas brummige aber liebenswerte Wichtel, genießt seinen Aussichtsplatz in den Zweigen des großen Kastanienbaums, wo er mit seinem fröhlichen Vogelfreund Tirili genüsslich seine Tasse Wurzeltee zu sich nimmt. Seit Tirili bei Grimlin eingezogen ist, hat sich das Leben des schüchternen, beinahe abweisenden Wichtels positiv verändert.
Als die beiden Freunde, wie üblich, das Wichteldorf besuchen, um ihr beliebtes Mirabelmus zu verkaufen, erfahren sie, dass merkwürdige Dinge im Dorf vorgehen. Ein neuzugezogener Wichtel, der einmal ein böser Zauberer gewesen sein soll, hat das Misstrauen der Dorfbewohner geweckt. Grimlin steht den Anschuldigungen der Leute, aufgrund eigener Erfahrungen, skeptisch gegenüber.
„Oft entspricht die Vorstellung gar nicht der Wirklichkeit. Erst wenn man ein Wesen kennengelernt hat, darf man sich ein Urteil erlauben.“ (S. 23)
Grimlin und Tirili beschließen die beiden Elfenmädchen Ninina und Winni zu besuchen, die ebenfalls im Dorf wohnen. Die beiden beschreiben den Wichtelzauberer Tjelle ganz anders, nämlich als zwar ungewöhnlich aber reizend und nett, der alles andere als gefährlich ist und besonders gut backen und wunderbare Sachen zaubern kann.
Grimlin lädt die beiden Elfenmädchen zum Fest der Singenden Gräser bei sich ein und bittet sie auch Tjelle mitzubringen, der bis zum Fest aber leider verschwunden ist. Aus Angst, dass die Dorfbewohner den Wichtelzauberer vertrieben haben könnten, macht sich Grimlin mit seinem Freund am Morgen nach dem Fest wieder auf den Weg ins Dorf. Dort finden sie Tjelles Haus mit Brettern verrammelt vor. Von einem kleinen Schnörksel erfahren die beiden, dass der Zauberer von den Dorfwichteln vertrieben worden ist. Grimlin beschließt, sich auf die Suche nach Tjelle zu machen, um die Sache mit den Dorfbewohnern zu klären. Eine abenteuerliche Suche durch Wiesen und Wald nimmt ihren Verlauf.
Barbara Rose erzählt eine mitfühlende Geschichte über Ungerechtigkeit und Vorurteile, dem sich zwei liebenswerte kleine Helden entgegenstellen und zeigen, dass niemand ohne persönliche Erfahrung und Grund abgelehnt werden darf.
Ein überaus unterhaltsam erzählte Abenteuergeschichte mit charmanten Charakteren und einem kindergerechten Thema, das die jungen Leserinnen und Leser zum Denken anregt. Die liebevoll gestalteten Illustrationen und die spannende Geschichte machen das Kinderbuch zu einem aufregenden und fesselnden gemeinsamen Leseerlebnis für Jung und Alt.
Barbara Rose, Der kleine Grimlin und das ganz große Herz. Eine Freundschaftsgeschichte, aus. d. Reihe: Der kleine Grimlin Bd. 2, ill. v. Laura Bednarski, ab 4 Jahren
Köln: Baumhaus Verlag 2026, 128 Seiten, 15,95 €, ISBN 978-3-8339-1067-8
Weiterführende Links:
Baumhaus Verlag: Barbara Rose, Der kleine Grimlin und das ganz große Herz
Wikipedia: Barbara Rose
Homepage: Laura Bednarski
Andreas Markt-Huter, 01-06-2026