Joachim Gunter Hammer, Der firnschwarze Mond
Gute Gedichte sind durchaus rätselhaft und gleichen dadurch echten Kreuzworträtseln, die es streng nach logischen, emotionalen und formalen Kriterien aufzulösen gilt.
In der Lyrik gibt es mannigfach bewährte Modeln, die es mit sensitivem Material aus der Gegenwart auszukleiden gilt. Als straffste, kürzeste und vielleicht auch schwierigste Form gilt dabei das Haiku, worin 5-7- 5 Silben zum berüchtigten Haiku-Siebzehnsilber zusammengefasst werden.
Manche Orte strömen schon in ihrem Namen den vollen Hauch der Verbannung aus. Es klingt nach Ende, Sackgasse, schroffer Geographie. Landeck ist so ein Ort voller Verbannung, nicht umsonst liegt auf seiner Schulter eine aufgedunsene Kaserne.
Meistens denkt man gar nicht daran, dass Bilderbücher ja auch ein Stück Fiktion sind, so kräftig und realistisch sind die Bilder. 
Was haben eine Wand, ein Leintuch und ein frisch eingeschneiter Rasen gemeinsam? Jede kreative Seele wird durch die schreiend leere Flächen ermuntert, zu sprühen, zu markieren oder einfach mit den Füßen durchzuwaten.
Wie aus der Pistole geschossen fallen beim Begriff Ukrainische Literatur die Namen Andruchowytsch, Deresch und Zhadan. Diesem Dreigestirn des anarcho-narrativen Wahnsinns ist es zu verdanken, dass die Literatur der Ukraine momentan in aller Leser-Munde ist.
Gedichte für sich alleine gelesen, würden unter dem Auge des Lesers zusammenfallen wie die berüchtigten Salzburger Nockerln. Der kluge Lyriker montiert diesen anfälligen Texten immer auch einen Halt hinzu in Form eines deklarierten Kontexts.
"Ich weiß, / Ich entkomme aus mir. / Aus dieser Stimme, dieser Haut. / Diesem Wunsch nach Einigkeit."
Es gibt Gedichte, die sperren sich in sich selbst ein, sobald sie einen Leser sehen, und es gibt solche, die springen beinahe den Leser an und machen ihn neugierig mit semantisch rätselhaften Umarmungen.