Alexa Wild, Schwarze Nebel, weiße Hände
Die Geschichte ist insgesamt ein grobmaschiges System, durch das letztlich mehr Menschen unbehelligt bleiben als von ihr wahrgenommen werden. Vielleicht ist es der geheime Sinn von Menschen in Randlage, dass sie ihre Geschichte individuell verwalten und sie nicht als Baustein irgendeines Gefüges ausgenutzt werden.
Die Journalistin Alexa Wild hat sich auf die Spur eines unbekannten „Geschichts-Helden“ gesetzt und ist auf Lukas Sekolovnik gestoßen, der in der Umgebung der Soboth jenseits aller Staatsgrenzen unauffällig sein Leben verbracht hat.
„Österreich-Ungarn aber, eine – wie es so schön hieß – »stagnierende Großmacht«, sah ähnlich wie Großbritannien in der Aufrechterhaltung der geltenden europäischen Ordnung eine Chance. Das aber nicht aus innerster Überzeugung, sondern aufgrund einer evidenten Schwäche. Sie, und vor allem sie war der Grund dafür, dass Krieg zur Lösung der Probleme dann doch wenn schon nicht angestrebt, so nicht mehr regelrecht ausgeschlossen wurde.“ (14)
Das Druckwesen hat zur Entwicklung der Gesellschaft mindestens so viel beigetragen wie die Adelsgeschlechter zusammen, daher gebührt es einer guten Druckerei, dass sie zwischendurch epochal dargestellt wird.
Island gilt allenthalben als dermaßen einmalig, dass es davon nicht einmal ein Kitsch-Fassung gibt. Was immer man auch über Island sagt, es stimmt, denn es ist an manchen Tagen nicht von dieser Welt.
Auf den ersten Blick besteht die Unsterblichkeit in Gebäuden, Galerien und Kreisverkehren. Was eine Gesellschaft im Laufe einer Generation zusammenbaut, beeindruckt auf Anhieb durch Architektur, Funktion und Verbrauch von Landschaft.
Der Himalaya ist für uns Alpenmenschen an manchen Tagen etwas Vertrautes oder Mystisches, auf jeden Fall etwas Großes und Gigantisches. Diese Einschätzung hängt mit den Personen zusammen, die uns diese Himalaya-Geschichten vermitteln, mal sind es Abenteurer, dann religiöse Aussteiger, schließlich auch Performance-Künstler, die mit ihren Himalaya-Museen und Hochlandshows ihren Lebensunterhalt verdienen.
„Es ist die Absicht dieses Buches, Lehrerinnen und Lehrern mit der Lehrkunstdidaktik im Politikunterricht so weit bekannt zu machen, dass sie die vorgestellten Lehrstücke selbst ausprobieren und variieren können. Vielleicht gelingt es auch, zu neuen Lehrstücken anzuregen.“ (9)
Eine Insel fordert die jeweilige Bevölkerung permanent heraus, denn obwohl man eine Insel theoretisch in Ruhe lassen könnte, wetzen sich an ihr immer Mythologien, Paradiesvorstellungen, militärische Überlegungen und touristische Übergriffe ab.
In manchen Gesellschaften werden die Geschichtsbücher ständig gefälscht und umgeschrieben, so dass das einzig Verlässliche das Fiktionale ist, das die Schriftsteller als Zeitgenossen zu einem Sachverhalt entwickeln.
Bücher mit Lobeshymnen reißen die regionalen Größen einem Autor meist aus der Hand und busseln ihn ab, wenn aber Unerfreuliches in einem Aufklärungsband steht, beten viele, dass der Aufklärungskelch an ihnen vorübergehen möge.