Jane Austen, Die großen Romane
„Die Dashwoods waren eine alteingesessene Familie in Sussex. Sie hatten ein großes Besitztum und wohnten auf Norland Park inmitten ihrer Ländereien, wo sie seit vielen Generationen ein so achtbares Leben geführt hatten, dass sie im ganzen Bekanntenkreis in hohem Ansehen standen“ (Verstand und Gefühl, S. 9)
Passend zum 250. Geburtstag der berühmten englischen Schriftstellerin Jane Austen hat der Anaconda Verlag eine Sammlung ihrer berühmtesten Romane veröffentlicht, die von herausragenden Übersetzerinnen und einem Übersetzer in ein zeitgemäßes und überaus ansprechendes Deutsch übertragen worden sind und einen wehmütigen Hauch einer vergangenen Zeit, mit all ihren schönen und betrüblichen Zeiten vermitteln.
„Das ist Robin. Er geht heute in den Kindergarten! Na, Robin, freust du dich schon? »Ich will nicht in den Kindergarten!«, brüllt Robin. Aber Mama zieht ihn einfach weiter, bis sie vor dem Eingang stehen. »Na gut«, seufzt Robin. »Aber ich geh nur mal kurz gucken, hörst du?«“
„MinJun spähte auf seine Agentenuhr. Die Zeiger drehten sich ... rückwärts. Eine Mission der ZeitAgenten! Die ZeitAgenten waren ein Geheimclub. Seine Mitglieder reisten in die Vergangenheit, um die Geschichte auf Spur zu halten. Das war nicht einfach, weil dauernd ein Bösewicht namens Mora herumschlich und darin herumpfuschte. Ob Mora auch bei dieser Mission seine Finger im Spiel hatte?“ (S. 7 f)
Ich sitze im Zug. Oder besser: Mein Körper sitzt im Zug. Der Rest von mir liegt noch im Bett. In meinem schönen, weichen Bett. In meinem schönen, dunklen Zimmer Ich schließe die Augen, versuche, mich zurück in mein Bett zu beamen. Was echt schwierig ist, weil: Es riecht nach Pommes-Bude. Direkt neben mir. Ein Mann mit gelber Warnweste und Fahrradhelm auf dem Schoß sitzt am Fenster. Nach Pommes sieht er nicht aus. Eher nach Spargel. (S. 9)
„Boris schwimmt in einem Fässchen auf dem Fluss. Wo kommt er her? Niemand weiß das. Ein Gewitter zieht auf. In einer Flussbiegung geht Boris an Land. Eine Eule beobachtet den Kater. Schon beginnt es zu regnen. Die neugierige Eule fliegt Boris nach. Boris findet unter einem Baum Schutz vor dem Regen. »Ich weiß ein leer stehendes Haus für dich«, sagt die Eule.“ (S. 10)
„Es war kurz vor Mitternacht. Der Vollmond tauchte die Stadt Wickfield in fahles Licht. Keine einzige Wolke war am dunklen Himmel zu sehen. Nur kreischende Schatten flitzten auf ihren Besen über den Horizont und feierten ein Fest. Hexen, Zauberer und Magier! Es war ihre Nacht. Die letzte Nacht im Oktober.“ (S. 9)
„Es war ein schöner Morgen und wie jeden Morgen arbeitete der Bär in seinem Garten. Er goss die frisch gesäten Möhren und zeigte dem Regenwurm, wo die Erde aufgelockert werden musste. Der Bär ermahnte die Schnecken, nicht alle Erdbeeren anzufressen, und ließ sich vom Käfer die neuesten Nachrichten aus dem Wald erzählen. Kurzum – es war ein ganz normaler ruhiger Morgen. Und der Bär liebte normale ruhige Morgen.“
„Liebe Beatrice, verzeih mir, wenn ich heute Morgen etwas abgelenkt war. Dank dir ist mir eingefallen, dass ich eine äußerst wichtige Pflicht vernachlässigt habe. Das Siegel des Rastlosen Schläfers muss überprüft werden! Unglücklicherweise obliegt diese Aufgabe einem alten schusseligen Borstenvieh wie mir. Denn ich habe vollkommen vergessen, wo sich das Siegel befindet.“ (S. 55)
Im Eichenwald grünt und blüht es. Der Frühling ist da und alle Tiere genießen die ersten warmen Sonnentage. Die kleinen Hasen, Mäuschen, Enten und Schafe spielen in der Wiese und beobachten die Schmetterlinge und Vögel.
„Als Mika aus dem Zug stieg, ahnte er nicht, dass er heute sterben würde. Er fand auch so schon alles furchtbar genug. Die Hitze. Die viel zu schwere Reisetasche. Den runtergekommenen Bahnhof am Ende der Welt. Und dann auch noch Oma. Oma, die am Gleis stand, ihn durch meterdicke Brillengläser anstrahlte und ihm mit ihren Vogelärmchen aufgeregt entgegenwinkte. »Mika! Mika, mein Spätzchen!«“ (S. 7)