Aktuelle Buchtipps

 

Simon Konttas, Bagatellen

andreas.markt-huter - 11.05.2018

Titelbild: Simon Konttas, Bagatellen Die Steigerung von einem Lyriker ist ein Lyriker mit Theorie.

Simon Konttas gibt seinen fünf lyrischen Weltanschauungen einen „berauschenden“ Titel: In der Ruhe rauschender Blätter. In seinem Nachwort, das man als Einbegleitung lesen sollte, nimmt er das schöne Motto des kolumbianischen Aphoristikers Nicolás Gómez Dávila auf, wonach Gedichte nicht geschrieben werden, damit wir sie lesen, sondern damit wir uns ihrer erinnern. (75)

Unbekanntes Objekt

Edith Hall, Die alten Griechen

andreas.markt-huter - 09.05.2018

„Aber je länger ich mich mit den alten Griechen und ihrer Kultur beschäftigte, desto überzeugter bin ich, dass sie herausragende Eigenschaften besaßen, die man in dieser Fülle kaum anderswo im Mittelmeerraum oder im Nahen Osten findet.“ (13)

Das Sachbuch zur griechischen Antike versucht die einzigartige Geschichte der alten Griechen über einen Zeitraum von zwei Jahrtausenden, von der minoisch-mykenischen Kultur bis zum Beginn des Oströmischen Reiches darzustellen und die zehn zentralen Eigenschaften aufzuzeigen, die für ihre großen kulturellen und wissenschaftlichen Leistungen verantwortlich sind, die zur Grundlage des westlichen Denkens werden konnten.

Steven Herrick, Wir beide wussten, es war was passiert

andreas.markt-huter - 08.05.2018

„Ich bin nicht stolz. Ich bin sechzehn und werde bald obdachlos sein. Ich sitze auf der Veranda und schau in den prasselnden kalten Regen. Unser Hund Bunkbrain sitzt neben mir. Ich würde ihn ja gerne mitnehmen. Er hat’s nicht verdient, in diesem Kaff hier zu bleiben.“ (9)

Der 16-jährige Billy beschließt von zu Hause fortzulaufen, um seinem alkoholsüchtigen, schlagenden Vater zu entkommen. Er vermisst die Plätze der Natur in seinem Heimatort, wo er die halbe Schulzeit mit dem Lesen von Büchern verbracht hat, nicht aber die Schule, wo er im zehnte Schuljahr überall durchgefallen ist, außer in Englisch.

Fabio Genovesi, Der Sommer, in dem wir das Leben neu erfanden

h.schoenauer - 07.05.2018

Jeder Mensch arbeitet ein Leben lang an seiner eigenen Erzählung, mit der er sich und anderen das Leben begreifbar macht. Und dann gibt es ab und zu eine Jahreszeit, da muss man sich selbst alles neu aufsetzen und erklären, weil nichts mehr passt.

Fabio Genovesi arbeitet mit viel Sommerlicht, wenn er seine Heldinnen und Helden zur Neuausrichtung an den Strand schickt. Alles ist hell, warm, das Meer rauscht glatt wie auf einem Cover. Und tatsächlich inspiriert vor allem ein meerblauer VW-Bus, der ein gelb-blaues Schlauchboot als Firmament-Grenze am Dach trägt, zu einer fröhlichen Lese-Ansicht.

Rüdiger Bertram, Familie Monster brüllt los!

andreas.markt-huter - 05.05.2018

„Paul ist ein Mensch, genau wie du. Aber seine Familie ist anders als deine Familie. Sie sind alle Monster. Pauls Eltern schlafen in einem Schrank. Pauls Schwester Olga schläft in der Badewanne. Pauls Bruder Igor schläft mit Paul unter dem Sofa.“ (5ff)

Nicht nur in seiner Familie ist Paul als einziger kein Monster, auch in der Monster-Schule steht er damit alleine da. Natürlich lernen die Kinder weder Lesen noch Schreiben, sondern vor allem Leute erschrecken, schrecklich brüllen, böse schauen und die spitzen Zähne zeigen.

Michael Forcher, Erzherzog Ferdinand II.

andreas.markt-huter - 04.05.2018

„Wäre es als böses Omen gesehen worden, Erzherzog Ferdinand II. hätte gleich wieder umkehren müssen. Allzu viel ging schief, als der neue Landesfürst am 17. Jänner 1567 in seine zukünftige Residenzstadt Innsbruck einzog.“ (9)

Erzherzog Ferdinand II. spielt in der Tiroler Geschichte eine beachtenswerte Rolle als humanistisch gebildeter Kunstliebhaber mit großer Kunstsammlung sowie als wichtiger Protagonist der Gegenreformation. Berühmt gemacht hat ihn jedoch seine skandalöse Ehe mit der Kaufmannstochter Philippine Welser, für die er Schloss Ambras mit seiner weithin berühmten Kunst- und Wunderkammer errichten ließ.

Sandra Grimm, Schiebe und Entdecke: Kleine Tiere

andreas.markt-huter - 03.05.2018

„Der kleine Marienkäfer Mia fliegt über die Wiese. In den Büschen krabbeln viele kleine Tiere. Die Spinne webt ihr Netz zwischen den Ästen und auch die Hasen verstecken sich hier.“

Die farbenprächtige Natur steckt voller Lebewesen, wenn man nur genau hinschaut. Auf ihrer Reise durch die Wiesen begegnet Mia Bienen, Schnecken, Spinnen und Häschen, die sich im Gebüsch und bei den Blumen tummeln und das herrliche Wetter genießen.

René Freund, Niemand weiß, wie spät es ist

h.schoenauer - 02.05.2018

Die Frage nach der Zeit gehört zu den gängigsten Anbahnungsfloskeln. Wenn jemand darauf keine Antwort weiß, liegt entweder ein Verständigungsproblem vor oder der Angefragte ist ein Philosoph.

René Freund hat sich für seinen Roman einen unsichtbaren, abgetretenen Helden ausgesucht. In Paris ist ein älterer Herr gestorben und macht mit seinem Testament von sich reden. Er verlangt nämlich, dass seine Tochter Nora mit ihm in der Urne noch ein paar Erledigungen macht, ehe das endgültige Erbe aufgemacht wird. Nora bekommt den Notariatsgehilfen Bernhard beigestellt und muss sich mit ihm als Zeugen auf die Urnen-Tour begeben.

Anne Pearson, Das alte Griechenland

andreas.markt-huter - 01.05.2018

„Griechenland brachte eine Kultur hervor, die die westliche Zivilisation über Jahrhunderte stark beeinflusst hat. Die Griechen setzten Maßstäbe in Literatur, bildender Kunst, Theater, Philosophie, Politik, Sport und vielen anderen Bereichen.“ (6)

Fast zweitausend Jahre griechischer Kultur, von der ersten Hochkultur der Ägäis in Kreta bis zu Alexander dem Großen umfasst der Streifzug durch die Kunst, Religion und Geschichte des antiken Griechenlands, des mit einem umfangreichen und qualitativ hochwertigen Bildmaterial dokumentiert wird.

Thomas Eder u.a. (Hg.), Einfache Frage: Was ist gute Literatur?

h.schoenauer - 30.04.2018

Scheinbar kluge Fragen sollte man immer mit der klügsten Gegenfrage der österreichischen Seele beantworten: Wer lässt fragen? Einig sind sich so ziemlich alle, dass Literatur ein Prozess ist, der nie abgeschlossen ist, der aber dennoch ein fertiges Tagesprodukt abliefert.

Wahrscheinlich die größte Tagesproduktionsstätte für Literatur ist die Alte Schmiede in Wien, worin seit gut vierzig Jahren Literatur gemacht wird, indem über sie diskutiert oder gestritten oder sie umschmeichelt wird. Dabei lässt sich die Literatur nicht einmal zu schwer runden Jubiläen zähmen und in einen Pokal hineinpressen, so dass man eine Korrespondenz-Serie gestartet hat, worin aus ursprünglich 35 Literatur-Moderatorinnen sich letztlich acht Korrespondenten-Paare gebildet haben.