Jack London, Das Erdbeben in San Francisco
„Nach dem Erdbeben bat man Mr. Jack London, der vierzig Meilen nördlich von San Francisco lebte, zum Unglücksort zu reisen und einen Bericht über das, was er sah, zu verfassen.“
Das desaströse Erdbeben in San Francisco 1906 ist auch nach 120 Jahren quasi im Bewusstsein vieler Menschen, weil es durch die Berichte des Autors Jack London unmittelbar nach seinem Auftreten aus der Erdkruste in Literatur verwandelt worden ist.
„Manchmal treiben einen schlechte Architektur oder Möbel geradezu aus Kirchen hinaus. Manchmal lohnt sich in Kirchen die Betrachtung von Dingen, die üblicherweise dem Blick entzogen sind oder kaum Aufmerksamkeit erfahren.“
„Europa war ein Kontinent der Regionen, und es war zugleich Teil einer globalen Ordnung. Diese Charakterisierung benennt eine Grundspannung, die die europäische Geschichte auch über das 18. Jahrhundert hinaus begleitete. Regionale Vielfalt ist als Sprachenvielfalt, als Vielfalt religiöser Überzeugungen, als Vielfalt politischer und wirtschaftlicher Ordnungen und als kulturelle Vielfalt stets existent geblieben.“ (S. 9)
„Dieses Buch trägt den Titel Ketzer, dabei galten nicht alle Glaubensvorstellungen, die hierin dargelegt werden, als ketzerisch – ganz im Gegenteil. Einige waren schismatisch, andere wurden lediglich missbilligt – und viele der überraschenden Geschichten, von denen hier berichtet wird, waren (auch wenn die Kirche das mitunter nicht allzu gern sah) jahrhundertelang ein akzeptierter Teil des christlichen Kultes.“ (S. 25)
Sprache als Waffe: Wie Demagogen den Diskurs vergiften. Es gibt Sachbücher, die vielfach polemisch verwendete Schlagwörter in einen präzisen Begriff überführen. Demagogie von Paul Sailer-Wlasits gehört in diese Kategorie.
Liebe, Unglück, Krieg und Frieden geschehen fürs erste einmal so vor sich hin und werden erst später benannt und eingeordnet. In der Literatur verwendet man dafür den Ausdruck „im ersten Licht“, worin etwas Frisches liegt wie die Bergkette bei Morgenlicht oder die Veranda im Strahl des Frühstückskusses.
„Der wirksamste Befehl sei aber jener, den man gar nicht mehr explizit erteilen müsse, sondern der sich als Zwangsläufigkeit aus den Umständen ergebe. Die aber durchaus vorab zu gestalten seien.“ (15) Es ist natürlich lange her, dass so gedacht worden ist, und wahrscheinlich trifft diese Vermutung über den Befehl uns durch Algorithmen orientierungslos Gewordene so ins Herz, weil diese Vermutung selbst zu einem Befehl geworden ist, der uns auch nach Jahrhunderten noch erreicht.
„Eine Sennerin fährt auf einem Einersessellift über eine Liftstütze, auf der am Weg zur Alm auf französisch und englisch gewarnt wird: Please keep still!“ Diese Idylle aus dem Gadertal 1960 stimmt in „Wilde Jahre. Tourismus in Südtirol 1961–1983“ ein, eine Oral-history über Bruch und Aufbruch in Südtirol.
„Zur weiteren Vorbereitung der Unternehmensgründung und des Achenseeprojekts konstituierte sich am 23. April 1924 in Wien in den Räumen der Allgemeinen Österreichi-schen Boden-Credit-Anstalt ein Interimskomitee der Tiroler Wasserkraftwerke AG (TI-WAG).“ (S. 39)
Ein vielschichtiger Roman hat den Vorteil, dass man ihn nicht falsch lesen kann. Denn eine Komponente passt immer, und über diesen entgegenkommenden Weg öffnen sich bald auch die Seitenstränge und Querträger der Komposition.