Louisa May Alcott, Little Women - Vier Schwestern finden ihren Weg
„In den drei Jahren, die seither vergangen sind, hat sich in der bescheidenen Familie vieles verändert. Der Krieg ist vorüber und Mr. March wieder wohlbehalten zu Hause, wo er sich mit seinen Büchern beschäftigt und mit der kleinen Pfarrgemeinde, die in ihm einen geborenen Pastor gefunden hat: einen ruhigen, wissbegierigen Mann voller Weisheit, die weit über erlerntes hinausgeht …“ (S. 7)
Das Leben der Familie March beginnt nach der Rückkehr von Mr. March langsam wieder seinen gewohnten Gang zu gehen. Die Mädchen sind drei Jähre älter und Meg plant als erste der vier Geschwister zu heiraten und das Elternhaus zu verlassen. Jo schreibt Artikel für die Zeitung, Laurie studiert am College und Amy, die von vielen seiner Collegefreunden verehrt wird, pflegt Tante March.
„Von einer Sekunde auf die andere war es dunkel. Die sechs Probanden hörten, wie sich der Schlüssel im Schloss hinter ihnen drehte. Dann war es totenstill. Marc versuchte die Tür wieder aufzudrücken. »Die hat uns echt eingesperrt. Kackdreist.« Wieder Stille. Sarah hörte Emma neben sich schwer atmen. Josh sagte: »Stunde Null. Das bezeichnet die Stunde nach dem Zweiten Weltkrieg. Sechzig Millionen Menschen waren gestorben, danach mussten sich die Deutschen die Zivilisation erst wieder aus der Dunkelheit zurückholen.«“ (S. 13)
„»Weihnachten ohne Geschenke ist einfach kein Weihnachten«, maulte Jo, die auf dem Teppich lag. »Arm zu sein, ist schrecklich!«, jammerte Meg, die seufzend ihr altes Kleid betrachtete. »Ich finde es ungerecht, dass manche Mädchen jede Menge hübsche Sachen haben und andere gar keine«, fügte die kleine Amy mit einem gekränkten Schniefen hinzu. »Immerhin haben wir Mutter und Vater und uns«, sagte Beth zufrieden in ihrer Ecke.“ (S. 7)
„Flo wäre beinahe mein elftes Leben gewesen. Es war an einem Sommerabend mitten im Schuljahr, auf einer Brücke. Ich habe sie nie gefragt, warum sie springen wollte. Ich hätte sie zum Büro der Zählstelle schleifen können, sie verpfeifen, meinen letzten Punkt einsammeln und, wie vorgesehen, vor der Volljährigkeit ein Tugendhafter werden können. Aber ich hab’s bleiben lassen. In einer ganz auf den Wert des menschlichen Lebens aufgebauten Gesellschaft ist man mit dem Vermerk «selbstmordgefährdet» in seiner Akte das Allerletzte.“ (S. 32)
„Die Physik hat zum Ziel, einige der grundlegendsten Phänomene in der Welt um uns herum zu verstehen. Sie beschäftigt sich mit Materie und Energie, hier auf der Erde und im gesamten Universum. Die Erklärungskonzepte, die Physikerinnen und Physiker im Lauf der Jahrhunderte entwickelt haben, basieren auf dem, was man in der natürlichen Welt sieht. Manchmal beobachten sie einfach natürliche Phänomene; manchmal führen sie gezielte Experimente durch, um Fragen zu klären, die sich aus der Naturbeobachtung ergeben.“ (S. 7)
„Normalerweise führt das Imperium seine Überfälle bei helllichtem Tage durch. Die Soldaten wollen, dass die Mütter und Kinder der Kundigen, die Väter und Brüder zusehen, wie die Familie eines anderen Mannes in die Sklaverei getrieben wird. So schlimm diese Überfälle sind, die nächtlichen sind noch schlimmer. Sie finden statt, wenn das Imperium keine Zeugen brauchen kann.“ (S. 17)
„Als ich jünger war, hatte ich einen ziemlich albernen Tagtraum. Ich sitze vor der versteinerten Gestalt des Vogelköpfigen, auf dem Sandboden mitten im Pinienwald. Ganz allein bin ich dort, während es geschieht. Während der zuvor hellbraune Stein immer dunkler wird, zu einem Körper, der in einem langen schwarz-silbernen Mantel gehüllt ist. Wenn sich das, was vorher Stein war, in Atemzügen hebt, so wie alle 17 Jahre in den letzten Jahrhunderten.“ (S. 8)
„Sean, der himmlische Sean Nessel, ist der Grund, wieso wir hier sind. Sean steht auf ein Mädchen aus der Elften – Ally Greenleaf. Um sie geht es heute Abend. »Sie starrt mich die ganze Zeit an«, hat er vorhin gesagt, als wir noch bei Dev waren. »Tun wir das nicht alle?«, hätte ich am liebsten erwidert, aber das hätte seltsam geklungen.“ (S. 9f)
„Eldridge Hall war auf Lügen gebaut. Seraphina stand am Sims des einzigen Fensters in der obersten Kammer des höchsten Schlossturmes, wo es sogar an den windstillsten Tagen zog. Doch selbst das Fenster war eine Lüge – vor Jahren war es in aller Hast mit Brettern vernagelt worden, und ein Fenster, durch das man nichts sah, war eben nur eine weitere Wand. Jeden Augenblick würde die Ebenholzuhr im Großen Saal drei dröhnende Schläge von sich geben und ein weiteres verschwenderisches Mahl ankündigen, das sich das Königreich nicht leisten konnte.“ (S. 9)
„Wir sind keine gewöhnliche Familie – aber das habt ihr euch vermutlich schon gedacht. Wir Winslows sind Hexen. Beziehungsweise Hexer – ich will die rar gesäten männlichen Nachkommen unserer Familie ja nicht unterschlagen. Winslow-Frauen neigen zu weiblichen Kindern, was vermutlich mehr mit unseren Genen zu tun hat als mit unserer Magie. Unter den Hexenfamilien des nordamerikanischen Festlands gibt es ebenso viele Hexer wie Hexen, bei einigen sind es sogar mehr Männer als Frauen.“ (S. 10)