Aktuelle Buchtipps

 

Martin Maier, Geht auch anders

h.schoenauer - 09.03.2025

martin maier, geht auch andersDie meisten Weisheiten zum Alltag sind so unauffällig formuliert, dass man sich zwar an sie hält, aber kaum als Literatur oder Lebenskunst wahrnimmt.

Martin Maier geht in seinem Alltags-Vademecum „Geht auch anders“ diesen scheinbar über-vernünftigen lapidaren Erkenntnissen mit einem grotesken Lebensbüchlein nach. Darin formuliert ein „Held ohne Eigenschaften“ in einer Art öffentlichem Selbstgespräch bemerkenswerte Einschätzungen zu jener Lage, in die ein Durchschnittsmensch täglich versetzt wird, sobald er nachzudenken anfängt.

Frank Passfeller, Sherlock Schultz und der unsichtbare Diamant

andreas.markt-huter - 08.03.2025

frank passfeller, sherlock schultz und der unsichtbare diamant„Sirenen schrillen, Lampen blinken – im Museum wurde eingebrochen! Der Dieb hat ausgerechnet das wertvollste Stück geklaut: den berühmten Kalimahari-Diamanten. Der wurde erst vor Kurzem für eine Ausstellung hergebracht. Und nun ist er weg! Die Polizei wird gerufen.“ (S. 4)

Sherlock Schultz, der eigentlich Ephraim Dagobert Schultze heißt, ist ganz fasziniert von den Geschichten über den Detektiven Sherlock Holmes. Wie sein großes Vorbild hat es sich eine karierte Mütze und einen Mantel zugelegt und versucht, gemeinsam mit Tine, seiner schlauen neunjährigen Nichte, soviel Verbrechen zu lösen wie möglich. Diesmal stehen sie vor der Aufgabe, das Rätsel um einen spektakulären Schmuckraub lösen.

Rudolf Lasselsberger, Junihitze

h.schoenauer - 07.03.2025

rudolf lasselberger, junihitzeWas geschieht mit all den Nachrichten, die ununterbrochen aus dem Netz, TV und aus Zeitungen fallen? – Sie kondensieren zu Junihitze, die über ein Kippfenster zwischen dumpfer Wohnung und dampfender Terrasse hin und her schwebt. Sie macht den Helden schlaflos und schwindlig.

Der Held in „Junihitze“ von Rudolf Lasselsberger ist so geschafft, dass er die meiste Zeit als Doppelspitze auftreten muss. In einem dialektischen Set ähnlich Wladimir und Estragon in Samuel Becketts Warten auf Godot treten Franz und sein Ich auf, indem sie jeweils sich selbst in einem bestärkenden Monolog Seufzer, Abnormitäten und Störungen zuraunen.

Silke Siefert, Mister O'Lui sucht das Glück

andreas.markt-huter - 06.03.2025

silke siefert, mister o'lui sucht das glück„Der Biberbär Mister O'Lui war zufrieden. Er hatte schließlich alles, was er brauchte. Ein schönes Zuhause, ein Käsebrot mit Marmelade und seinen Kakaobecher. Gut gelaunt las er die Sonntagszeitung. Dort stand: Sind sie wirklich rundum glücklich? Mister O'Lui überlegte. Nun, Glücklich war ein ziemlich großes Wort. Er wog seinen Kopf hin und her und dachte nach.“

Mister O'Lui, der vielleicht einzige Biberbär der Welt, lebt in einem kleinen, hinter hohen Sträuchern versteckten Holzhäuschen im Central Park von New York. Seit er aus dem Bärenwald ausgezogen ist, hat er Freunde ganz unterschiedliche Freunde gefunden, die ihn so lieben wie er ist. Angeregt von einem Zeitungsartikel macht sich Mister O'Lui auf die spannende Suche nach dem Glück.

Ludwig Roman Fleischer, Unbewegliches Fest

h.schoenauer - 05.03.2025

ludwig roman fleischer, unbewegliches festWas arbeitest du? - Ich arbeite jedes Jahr für Weihnachten. Gemessen an diesem häufig geäußerten Kerndialog über Weihnachten arbeiten so gut wie alle Berufsgruppen an diesem „unbeweglichen Fest“, das als fixe Höhenkote für die Vermessung des Jahres gilt.

Ludwig Roman Fleischer hat aus seiner Schütte der Fiktionen, worin sich hunderte Geschichten über skurrile Menschen, Begebenheiten und Gedankengänge tummeln, fünfzehn „Weihnachtsgeschichten“ ausgewählt.

Davide Morosinotto, Sohn des Meeres

andreas.markt-huter - 03.03.2025

davide morosinotto, sohn des meeres„Viele Jahre lang verlief das Leben im Haus vollkommen ereignislos. Dann kamen die Barbaren. Ausgerechnet Pietro erfuhr es als Erster, was eigentlich seltsam war, weil er zwar für das Haus arbeitete, jedoch nicht dort wohnte. Denn das Haus stand in der Stadt und gehörte dem Senator, der es mit seiner Familie und seinen engsten Vertrauten bewohnte. Pietro dagegen war nur der Schweinehirte.“ (S. 6)

Der Tag beginnt für den 14-jährigen Pietro ganz harmlos, als er den Auftrag erhält, ein junges Schwein zum Anwesen seines Herren, dem Senator von Ateste, Massimus Onoratus, zu bringen. Auf dem Weg dorthin trifft er auf einen Boten, der Nachricht vom Angriff der Barbaren auf die Stadt Aquileia bringt. Er ahnt nicht, dass sich sein bisher ruhiges Leben bald radikal verändern wird.

Mela Hipp, Tirol für alle Jahreszeiten

Andreas Markt-Huter - 26.02.2025

mela hipp, tirol für alle jahreszeiten„Egal ob sich im Tal vor einem ein Dreitausender erhebt oder man erschöpft aber glücklich am Gipfel steht, der Aus- und Weitblick ist sowohl von unten als auch von oben ein ganz besonderes Erlebnis – und das zu jeder Jahreszeit. Eine Reise nach Tirol ist ein Eintauchen in die unterschiedlichen Farben und Landschaften, in die vielfältigen – und auch sportlichen – Möglichkeiten, die die Berge mit sich bringen. Und in die vom Leben in den Bergen und Tälern geprägte Kultur ihrer Menschen.“ (S. 4)

Mela Hipp bietet einen praktischen touristischen Einblick in die verschiedenen Regionen Tirols und zeigt die vielfältigen Besonderheiten und Möglichkeiten, die das von Tälern und Bergen geprägte Land zu bieten hat.

Leonie Lord, Grotti - Das schrecklich nette Monsterbaby

andreas.markt-huter - 25.02.2025

leonie lord, grotti das schrecklich nette monsterbaby„In einer Grube unter einem knorrigen Baum entdecke ich etwas Grünes, etwas Grotteliges. »Grotti verlaufen.« Kaum hatte es mich gesehen, da packte es mich und zwackte es mich und wollte einfach nicht mehr loslassen!“

Ein junger tapferer Ritter, der seinen Lebenssinn im Kampf gegen Drachen zu wissen glaubt, entdeckt in einer Grube ein merkwürdiges grünes, grotteliges Kind. Grotti hat sich verlaufen und bittet den jungen Ritter um seine Hilfe. Ganz ungestüm klammert er sich an den Ritter, der eigentlich viel zu beschäftigt mit dem Kampf gegen Drachen und der Verteidigung von Königreichen ist, um sich mit dem kleinen Kind zu beschäftigen.

Janus Zeitstein, Morphopoetische Rhapsodie

h.schoenauer - 24.02.2025

janus zeitstein, morphopoetische rhapsodieAuch für Bücher gilt: das Unerwartete macht oft die größte Freude. Janus Zeitstein stiftet mit seiner „Morphopoetische Rhapsodie“ einen Moment lang Verwirrung, um dann die Leser mit beinahe magnetischem Glücksversprechen ins Buchinnere zu ziehen.

Dabei dient der Titel als Programm: a) Rhapsodie als Genre für Bruchstückhaftes oder aus losen Teilen Zusammengeflicktes, b) morphopoetisch als freie Erscheinungsform der Poesie. Zusammengesetzt ergibt sich ein positiv geladener Begriff, der ähnlich einem Medikament schon durch das laute Ablesen seines Markennamens einen Heilungsprozess in Gang setzt.

Louise Finch, Death – Life - Repeat

andreas.markt-huter - 22.02.2025

louise finch, death - life - repeat„Was ist los mit diesem Tag? Der Tod windet sich durch ihn wie Stacheldraht – der Tod vom letzten Jahr und nun dieser. Fünfmal sollte man dasselbe Mädchen echt nicht sterben sehen. Vor mir liegt eine Leiche und ihre Augen sind geschlossen. Noch jedenfalls. Nur ein paar Stunden, dann wacht sie auf. Dann geht alles von vorne los, für uns. Es tut mir leid. Ich kauere, glätte ihr Haar. Bin ganz nah. Wach auf, Clara. Wir sind ein Team, du und ich.“ (S. 5)

Seit dem Verkehrstod seiner Mutter Jahr findet James Spencer keine Gesprächsbasis mehr mit seinem Vater und betäubt sich gemeinsam mit seinen Freunden Anthony und Worm mit Partys, Drogen und Alkohol. Als ausgerechnet am Jahrestag des Unfalls seiner Mutter bei einer dieser Party ein Mädchen ums Leben kommt, gerät James‘ Leben völlig aus dem Ruder.