mats strandberg, das ende„Die letzten Berechnungen sind abgeschlossen. Jetzt herrscht kein Zweifel mehr. In gut einem Monat ist es tatsächlich vorbei. Man hat uns sogar schon eine Uhrzeit genannt. Am sechzehnten September morgens um vier Uhr zwölf mitteleuropäischer Zeit trifft der Komet Foxworth in die Erdatmosphäre ein.“ (S. 16)

In einem Monat wird ein riesiger Komet die Erde treffen und alles Leben innerhalb von Sekunden auslöschen. „Das Ende“ erzählt die letzten Tage der Menschheit aus der Sicht der beiden Jugendlichen Simon und Lucinda, die im Laufe der Zeit zueinanderfinden.

ada zapperl zucker, liebe und andere VerdrießlichkeitenIm großen Globalisierungsrausch, der meist auf Englisch durch das Netz zischt, geht fast schon verloren, dass Literatur etwas mit Sprache zu tun hat. Neben der Erzählsprache, die sich von Gebrauchsanweisungen unterscheidet, ist es gerade in der poetischen Fiktion relevant, in welcher Sprache erzählt wird. Zwischen der Originalsprache und der Übersetzung gibt es Buch-technisch gesehen den Paralleldruck als Sonderform.

Ada Zapperi Zucker stellt ihre fünf Erzählungen über Liebe und andere Verdrießlichkeiten links im italienischen Original und rechts in der Übersetzung durch Domenikus Andergassen dem Leser vors Auge. Damit sind alle Sprachmächtigen animiert, die Nuancen und Feinheiten auszukosten, die angehenden Sprachkünstler lernen mit dieser Methode die Simultanlektüre, je ein Auge fasst eine Sprache, wie es ja in zweisprachigen Ländern üblich ist.

rosie peet, megasüße ideen„Dieser Kaktus nimmt es locker. Mit seiner runden Basis kann er sich durch die Wüste zu seinen Kaktusfreunden schaukeln oder sich abends in den Schlaf wiegen.“ (S. 8)

Das Kinderbuch „Megasüße Ideen“ stellt mehr als 50 Ideen für kleine Lego-Minifiguren vor und zeigt deren wesentlichste Elemente. Es finden sich Figuren vom Kaktus, über ein Frühstücksessen mit Ham, Eggs und Toast bis hin zum Orchester mit Gitarre und Trommel.

markus ramseier, in einer unmöblierten nachtEin Land ist immer so interessant wie es einen passenden Erzählmythos für sich selber hat. Das Beste an der Schweiz ist, was das Erzählerische betrifft, Heidi. Da wird nämlich das Mädchen unter dem sonnenbraunen Augenglanz des Großvaters durch ausgewählte Natur geführt, und auch soziale Komponenten bis hin zum sexuellen Übergriff werden nach dieser Lesart als etwas Natürliches gesehen.

Markus Ramseier ist sorgfältiger Heimatforscher im besten Sinne des Wortes. Als solcher ist er durchaus arglistig unterwegs, wenn er den Heidi-Mythos für seinen Zustandsroman über die Schweiz verwendet. Seine Heidi ist die ukrainische Übersetzerin Yana, sein Großvater ist Viktor, der einen impotenten Endspross einer emsigen Familie gibt. Beide lernen sich im Moskauer Puschkin-Museum kennen, wo Victor als Kunsthändler gerade einen großen Coup gelandet hat.

sabine bohlmann, die geschichte vom kleinen siebenschläfer„Es war Abend. Der kleine Siebenschläfer hatte seine Schnuffeldecke gepackt und stapfte an seiner Mama vorbei aus der Höhle hinaus. »Wo willst du denn hin?«, fragte die Siebenschläfermutter. »Ich schlafe heute draußen!«, sagte der kleine Siebenschläfer.“

Der kleine Siebenschläfer möchte in der Nacht Glühwürmchen fangen, die Sterne beobachten und sich die Dunkelheit betrachten, ganz so, wie es ihm die Haselmaus erzählt hat. Und voller Stolz erklärt er seiner Mutter, dass er überhaupt keine Angst habe, im Dunkeln zu übernachten.

frederik weinert, hilfe mein kind ist ein smombie„Kinder sind im Internet vielfältigen und nicht zu unterschätzenden Gefahren ausgeliefert. Die entsprechenden Zusammenhänge werden von den meisten Eltern und Pädagogen nicht richtig erkannt. Sie ignorieren die Risiken und nehmen die Bedürfnisse der Kids nicht ernst, die in den digitalen Welten sowohl nach Selbstverwirklichung als auch nach Selbstdarstellung streben …“ (S. 3)

Kinder und Jugendliche verbringen immer mehr Zeit im Internet und mit digitalen Medien, wobei die meisten Eltern den Überblick verloren haben, was ihre Kinder spielen oder in welchen sozialen Medien sie sich bewegen. Das Buch „Hilfe, mein Kind ist ein Smombie“ zeigt die zahlreichen Gefahren der digitalen Welt auf und bietet Eltern und Pädagogen Hilfe, für den richtigen Umgang mit den „digitalen Kids“.

monika peetz, das herz der zeit„«Anhalten», brüllte Lena Dante an. «Lass mich raus.» Ihr Aufschrei verhallte ungehört. Dante steuerte ungerührt in das Inferno. Woher wusste er, wo es langging? Der Chronometer brannte auf ihrer Haut. Wie in einer gigantischen Autowaschanlage prasselte das Wasser von allen Seiten auf den Wagen herab.“ (S. 7)

Die vierzehnjährige Lena Friedrich lebt seit dem Tod ihrer Eltern Thomas und Rhea bei ihrer Tante Sonja und ihren nervigen beiden Cousinen Fiona und Carlotta. Sonja, die von ihrem Mann verlassen wurde, ist Unternehmerin und häufig überfordert, was Lena das Leben nicht wirklich leichter macht. Außer, dass ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen und sie dabei als Kind überlebt hat, weiß Lena nichts von ihrer Vergangenheit.

markus koschuh, olympisches dorfWenn ein Ort nicht weiß, was er will, müssen ihm die Bewohner jeden Tag einen neuen Sinn geben.

Das Olympische Dorf in Innsbruck ist seinerzeit als Sportlerunterkunft auf der grünen Wiese entstanden. Man hat freilich schon bei der Planung für 1964 daran gedacht, dass später normale Leute darin wohnen sollen. Anders bei der Schnellschuss-Olympiade 1976, als man offiziell aus Zeitnot keine ordentliche Planung machen konnte und ein bereits überholtes Hochhauskonzept ohne Charme weitergebaut hat.

verena wolf, die reise des wassers druch innsbruck„»Nein, halt, sto-o-o-pp!« Gerade will Lena einen Schluck Wasser aus dem Brunnen beim Goldenen Dachl trinken, da hört sie eine aufgeregte Stimme direkt über sich. »Nicht, trinken!« Verwundert blickt sie auf. Am Gewölbe über ihr sieht sie mehrere kleine Männchen aus Stein. Direkt über ihr ist ein Wichtel mit grinsendem Gesicht.“

Als Lena Wasser trinken will, trifft sie auf einen Wichtel, der sich um Lenas Gesundheit Sorgen macht. Er befürchtet, dass das Wasser verschmutzt sein könnte. Aber Lena weiß über die Qualität des Wassers in Innsbruck Bescheid und zeigt dem Wichtel den spannenden Weg, den das Wasser quer durch Innsbruck macht.

erzberg breaking poemsNach dem Konzept der Beatniks kann die Literatur jederzeit losbrechen, zu keiner Tageszeit kann man sicher sein, dass nicht ein Gedicht ausbricht, bei keiner Wetterlage gibt es Gewissheit, dass nicht ein Held von der Fahrbahn abkommt und in den Graben stürzt.

Stephan Eibel Erzberg hat als Poesie-Vulkan alle Hände voll zu tun, die unerwartet auftretenden Drücke halbwegs zu dosieren und in alle Richtungen zu verströmen. Seine breaking poems erinnern nicht nur an Eil-Nachrichten, die über den Bildschirm laufen, sie sind auch handfeste Gedichte-Klumpen, die durch die Gegend schwirren.