David Schalko, Weiße Nacht
Im Tourismus werden unter dem Label ?Weiße Nächte Dämmerungen in Sankt Petersburg ausgelobt, wobei man sich ordentlich betrinkt, dem Hochklappen der Brücken über die Newa zusieht und sich freut, dass die Sonne zwar verschwindet, aber das Licht über Nacht erhalten bleibt.
David Schalko genügt eine einzige weiße Nacht, um Glück, Weltendstimmung, Wahnsinn und Mythos in einem Aufwaschen zu erledigen.
Die Umgangssprache ist meist sehr genau: ?Einleben bedeutet mehr, als sich eingewöhnen, wer sich einleben will, will dem Leben auch noch eine Art Sinn geben.
Die Gier ist ein Luder, alles, was die Menschen kaputt macht, geht auf die Gier zurück. - Im Roman Viktor ist der Held völlig perplex, dass das Leben völlig anders abläuft, als er es je geplant hatte.
Von außen betrachtet sind Familien immer Stoff für eine Komödie, von ihnen gesehen sind sie pure Tragödien.
Manchmal muss man die Helden in die Versenkung stecken, um ihrer habhaft werden zu können.
Was gibt es letztlich Traurigeres und Skurrileres, als einen Schriftsteller, der an seiner Altersgeilheit verzagt?
Wer fürchtet sich vorm Gendarmen Polt? Niemand. Und wenn er aber kommt, dann trinken wir uns davon.
Was für ein Titel! - Geheimnis. Sofort fragt man sich, wer hat ein Geheimnis, worin besteht es und wo liegt es?
In einem trivialen Wohnhaus in unauffälliger Gegend spielen sich oft die philosophischsten Episoden ab. Wie in der Vorabendserie Lindenstraße wohnen x-beliebige Leute miteinander und untereinander, jeder hat einen liebenswerten Vogel im Hirn, der ihm verlässlich hilft den Alltag zu bewältigen.
Es gibt einen Fluch im touristisch erschlossenen Alpengebiet: "Tote Saison!" Die Touristikwirtschaft hasst diese Zeit, die Politik fürchtet sie und die Bewohner erschrecken vor ihr, denn die tote Saison hält allen den Spiegel vor: Diese Alpengegenden sind toter als jede Hose!