Roman

Dante Andrea Franzetti, Mit den Frauen

h.schoenauer - 21.01.2009

Buch-CoverWäre dieses Buch ein Ratgeber, fehlte im Titel etwas wie mit den Frauen leben, mit den Frauen denken, mit den Frauen alt werden. Als Roman aber bleibt es letztlich ein Geheimnis, was mit den Frauen los ist.

Dante Andrea Franzetti greift zu einem genialen Erzähl-Trick. Er spaltet die Hauptfigur, einen Mann, der im Laufe der Zeit mit allerhand Frauen durchs Leben überwintert, in zwei Charaktere auf.

Friedrich Hahn, Egal

h.schoenauer - 31.12.2008

Buch-CoverDas kürzeste Lebensprogramm lässt sich meist mit einem Seufzer zusammenfassen: "Egal". Die Steigerung ist naturgemäß scheissegal.

In Friedrich Hahns Therapie-Roman kommt diese Seufzer-Orgie der Hauptperson Tina auch sofort über die Lippen, so bald sie dem Bewährungshelfer Harald erzählen soll, was mit ihr los ist.

Reinhard Kocznar, Vor Tagesanbruch

h.schoenauer - 05.12.2008

Buch-Cover

Am ehesten erfährt der Mensch die Wahrheit über sich selbst, wenn er in eine bodenlose Krise gerät. Reinhard Kocznar testet so einen Krisenfall am Beispiel eines Ich-Erzählers, der jäh in ein Katastrophengebiet geraten ist.

Und was fürs erste einmal herauskommt ist ein Öko-Thriller, der den Leser bis zum Schluss nicht in Ruhe lässt.

Daniel Glattauer, Gut gegen Nordwind

h.schoenauer - 03.12.2008

Buch-CoverIn der gepflegten Unterhaltungsliteratur geht es meist nur um das Eine: kriegen sich die beiden und zu wem soll man als Leser helfen?

Gut gegen Nordwind ist der E-Mail-Roman schlechthin. Das ewige Thema vom Anbandeln im gesetzteren Alter baut sich virtuell auf, steuert der physischen Begegnung zu und sackt dann wieder jäh zusammen, während die Mailbox geschlossen wird.

W. K. H. Praxmarer, Steinlechners Leute - Ein Mitsommernachtsalbtraum

h.schoenauer - 27.11.2008

Buch-CoverIn Shakespeares Sommernachtstraum geht es letztlich darum, die eben gesehene Darbietung für das eigene Leben zu inventarisieren: Bei Gefallen klatschen, bei Missfallen soll man es als Traum abtun.

Walter Steinlechner ist in Wien hoher Kriminalbeamter, der in der internationalen Kriminal-Liga spielt. Er kann sich seine Fälle nicht aussuchen und oft erscheinen ihm die dargebotenen Ereignisse wie ein Albtraum.

Diane Broeckhoven, Herrn Sylvains verschlungener Weg zum Glück

h.schoenauer - 26.11.2008

Buch-CoverEnde gut, alles gut. Das Glück kommt, wenn man es erwartet. Umwege sind dazu da, dass sie zum Glück führen. - Tausende Sprichwörter könnte man anführen, um das Wesen dieser romantischen Geschichte zu beschreiben.

Sylvain ist ein Stubenhocker und Mamma-Bubi. Mit seinen sechsunddreißig Jahren erweckt er nicht gerade die schnelle Sympathie bei den Lesern.

Irene Prugger, Schuhe für Ruth

h.schoenauer - 05.11.2008

Buch-CoverManchmal läuft das Leben ohne Insasse im Körper ab, die Hülle füllt eine sichtbare Rolle aus, aber statt eines Bewusstseins bläst Alltagswind durch das Gewebe des Daseins.

Ruth ist eine unauffällige Figur, zu der man auch als Leser kaum einen Zugang findet. In zwei mal zwanzig Kapiteln spult sie ihr Leben ab, das alle Zutaten zu einer Dutzenderscheinung ideal versprudelt hat.

Sabine Groschup, Teufels Küche

h.schoenauer - 04.11.2008

Buch-CoverDie besten Geschichten spielen noch allemal beim Friseur, entweder fallen beim Haarschnitt die spannendsten Plots zu Boden, oder im Trash-Magazin, in welchem das Frisur-Opfer blättert, werden die haarsträubendsten Geschichten aufgetischt.

Die Kommissarin Merle sitzt in Wien beim Friseur und lässt sich die Haare färben, da strolcht ein Kind herum und zeigt einen Zettel vor.

Christoph W. Bauer, Graubart Boulevard

h.schoenauer - 04.11.2008

Buch-CoverStädte tragen oft nicht nur den Panzer historischer Stadtmauern, die mehr oder weniger sichtbar und touristisch verwertbar um alte Gebäude herum verlaufen, unsichtbar und dramatisch verlaufen auch Gräben und Mauern der Erinnerung um solche Städte.

Christoph W. Bauer beschreibt einen solchen Erinnerungsgraben, er nennt ihn hoffnungsvoll Boulevard, damit man vielleicht eingedenk der Familie Graubart, die in Innsbruck vernichtet und vertrieben worden ist, etwas eingebremst durch die Erfolgsgeschichte der Stadt wandelt.

Peter Oberdörfer, Mauss

h.schoenauer - 29.10.2008

Buch-Cover

Davon träumen wir ja alle, dass ein Theaterstück durch seine Aufführung eine ganze Stadt verändert. In Peter Oberdörfers Roman inszeniert der Regisseur Mauss ein Stück über den Marquis de Sade.

Die Temperatur der Wahrheit nennt sich dieses Stück im Stück, in welchem die Temperatur immer heftiger nach oben steigt.