Magnus Mills, Die Entdecker des Jahrhunderts
Gibt es bei Expeditionen einen funktionierenden Arbeitnehmerschutz? Und wie schaut es mit dem Tierschutz aus? Sollen sich Tragtiere gewerkschaftlich organisieren, wenn sie in eine unzumutbare Gegend geschickt werden?
In Magnus Mills Roman sind die Entdecker des Jahrhunderts gleich doppeldeutig angelegt, einmal gelten sie als die Sensation des Jahrhunderts, und andererseits entdecken sie nichts anderes, als dass es ein gegenwärtiges Jahrhundert gibt.
Eine mörderische Gegend zieht manchmal mörderisches Sozialverhalten nach sich, da kann schon einmal ein Mord passieren. Dennoch ist der Dorfpolizist als Ich-Erzähler ziemlich erstaunt, als ihn sein Untergebener Engel verständigt, dass es Mordalarm gibt.
Ein Leben, das voller Selbstverständlichkeit abläuft, kann durchaus dick daherkommen. Güni Noggler erzählt auf beinahe siebenhundert Seiten in großen Schleifen von einem Dutzendleben, wie es im zwanzigsten Jahrhundert wohl mannigfach vorgekommen ist.
Nach einem Massaker bleibt die Zeit für Generationen eingefroren, die Leichname werden exhumiert und in Kühlhäusern aufbewahrt, die Gesichtszüge der Verschollenen sind auf Suchbildern eingefroren.
Das ist ein tolles Lebensprogramm: abtauchen und knapp unter der Wasseroberfläche in die Freiheit schnorcheln!
Wahnsinnige Literatur darf vor allem eines: Tabus brechen und im Reich der politischen Unkorrektheit herumwandern.
Herzensverdruss löst eine recht melancholische Stimmung aus und ist ein Mittelding zwischen Weltverdruss und Herzinfarkt.
Nomen est Omen. Wenn der Held einmal Mürrig heißt, ist vermutlich kein glatter Lebenslauf zu erwarten, zumal die Karriere mit dem Ende beginnt: Karl Georg Mürrig wird im Garten der Psychiatrie tot aufgefunden.
Vielleicht ist unser Leben ein unendliches Fluss-System, worin eine Generation sachte in die nächste einmündet.
In den USA gilt Jack Unterweger in "sozialen" Gegenden als der berühmteste Österreicher und rangiert damit noch vor Arnold Schwarzenegger.