Hugo Ramnek, Der letzte Badegast

Seit dem letzten Mohikaner sind Berufsbezeichnungen mit dem Qualitätsmerkmal "letzte voller Melancholie und Morbidität".
Natürlich ist auch der letzte Badegast bei Hugo Ramnek umrankt von Geheimnissen. Die Saison ist nämlich schon gelaufen, und ehe sich alle einwintern, wuselt dieser seltsame Gast durch das Badegelände und macht alle verrückt.
Je näher es Richtung Sinn der Menschheit geht, umso dünner wird die Roman-Luft. Don DeLillo nennt seinen Roman um den Sinn des Universums Omega-Punkt, dieser seltsame Begriff gilt in manchen theologischen Facetten als ein nicht erreichbares Ziel, auf das alles mehr oder weniger sinnvoll zusteuert.
Wenn man eine kompakte Ästhetik des verlässlich Hässlichen sucht, muss man sich an Marek Miert halten. Dieser Hinterhof-Detektiv aus Harland, das eine edle Umschreibung von St. Pölten ist, verkörpert in Aussehen, Kleidung und Habitus so ziemlich alles, was als No-go gilt. An manchen Stellen geht es so dirty zu, dass es schon wieder schön ist.
Die beiden Bibliothekarinnen der Stadtbücherei Imst, Silvia Flür-Vonstadl und Heidi Sturm-Norén, haben den Krimi nicht nur im passiven Wortschatz, sondern schreiben aktiv die absurdesten Mini-Krimis mit dem Schauplatz Tirol.
Die große Geschichte eines Landes und die kleine Geschichte einer Persönlichkeit haben eines gemeinsam: Beide dauern letztlich gleich lang und die jeweiligen Höhe- und Tiefpunkte haben scheinbar nichts miteinander zu tun.
Vielleicht ist alles nur eine gigantische Täuschung, die Literatur, die Religion, die Träume, die Realität.
Wenn der Krieg der Vater aller Dinge ist, gibt es folglich zwischen den Kriegen eine Zeit, die man als Vor- und Nachkrieg bezeichnet.
Erst wenn es über eine Gegend einen Krimi gibt, gilt sie als einmalig, unverwechselbar und als Vorstufe zum Weltkulturerbe.
Der Sinn des Lebens lässt sich mannigfaltig suchen, und was jemand dabei tut, ist letztlich egal, Hauptsache er macht es ein Leben lang.
Manchmal baut sich das Ungeheuerliche deshalb vor unseren Augen auf, weil es gar nicht beschrieben ist. Wir sehen, dass alles aus den Fugen geraten ist und machen uns als Leser daran, das Verfremdete irgendwie auf die Reihe zu kriegen.