Hans Augustin, Aufzeichnung einer Täuschung
Vielleicht ist alles nur eine gigantische Täuschung, die Literatur, die Religion, die Träume, die Realität.
Hans Augustin führt seinen Roman immer wieder an große Täuschungen heran, wobei Vortäuschungen und Enttäuschungen nur kleine Abwechslungen in jenem großen Programm sind, das da heißt: In der Fiktion ist alles möglich, aber vielleicht steht alles auf wackeligen Beinen.
Wenn der Krieg der Vater aller Dinge ist, gibt es folglich zwischen den Kriegen eine Zeit, die man als Vor- und Nachkrieg bezeichnet.
Erst wenn es über eine Gegend einen Krimi gibt, gilt sie als einmalig, unverwechselbar und als Vorstufe zum Weltkulturerbe.
Der Sinn des Lebens lässt sich mannigfaltig suchen, und was jemand dabei tut, ist letztlich egal, Hauptsache er macht es ein Leben lang.
Manchmal baut sich das Ungeheuerliche deshalb vor unseren Augen auf, weil es gar nicht beschrieben ist. Wir sehen, dass alles aus den Fugen geraten ist und machen uns als Leser daran, das Verfremdete irgendwie auf die Reihe zu kriegen.
In einer Gesellschaft, die voll auf Glätte abfährt, wirken bereits Haarrisse wie unüberwindliche Klüfte.
Oft lässt sich eine aus den Fugen geratene Gesellschaft nur mehr mit einem brutalen Thriller beschreiben, der jegliche Hemmschwelle des Erzählens abgelegt hat.
Der sogenannte Heimatroman funktioniert nur, wenn er als Karikatur erzählt wird, aber dann umso heftiger.
Manche Romane zielen in keine Richtung, sie explodieren als Rohrkrepierer samt der erzählerischen Abschussrampe.