Mickaël Launay, Der große Roman der Mathematik
„«Ich bin Mathematiker.» «Oh, in Mathe war ich immer eine Niete!» «Ach wirklich? Trotzdem schien sie das, was ich gerade erzählt habe, zu interessieren.» «Ja, aber das ist keine richtige Mathematik …. Das kann man noch verstehen.» Nanu! Das hatte ich noch nie gehört: Die Mathematik wäre also, per definitionem, eine Disziplin, die man nicht verstehen kann?“ (S. 7)
Mickaël Launay liebt es, den Menschen die Scheu vor der Mathematik zu nehmen und ihnen die Faszination von Zahlen und geometrischen Formen näherzubringen. Manchmal stellt er an den ungewöhnlichsten Orten, wie z.B. auf einem Sommermarkt zwischen einem Stand mit Handyzubehör und einem Stand für Hennatattoos und afrikanischen Haarflechten seinen eigenen Mathematikstand zu eröffnen.
Wenn etwas an der Oberfläche glatt und verlogen ist, muss man das Botox eben unterirdisch spritzen in Gestalt von Groteske und Anarchie.
„Die Selbsterkenntnis des Menschen ist das höchste Ziel der Beschäftigung mit Geschichte – oder, um es mit den Worten des britischen Historikers R. G. Collingwood (1889 – 1943) zu sagen: »Der Wert der Geschichte liegt darin, uns zu lehren, was der Mensch getan hat, und damit, was er ist.« Ohne historische Kenntnisse verstehen wir unser Leben nicht.“ (12)
Lesenden Patrioten drückt es heute noch das Wasser in die Augen, wenn sie sich daran erinnern, wie beim Brand der Wiener Hofburg 1992 die Feuerwehr im einen Abschnitt gelöscht und die Polizei im anderen Sektor wertvolle Bücher gerettet hat. In einer Bücherkette des Volkes werden die nationalen Schätze gerettet, obwohl niemand vor und nach dem Brand in diesen Büchern gelesen hat.
„Nur Erwachsene konnte sie zu dieser frühen Stunde noch nicht in den Anlagen entdecken. Es war ein vertrautes Bild, so wie sie es jeden Tag sah. Dabei fiel ihr der Spruch ein, der besagte, dass heutzutage chinesische Schüler den schwersten Beruf ausübten. Gemeint war, dass sie als Letzte zu Bett gingen und als Erste aufstehen mussten.“ (46)
Überqualifiziert ist in der Arbeitswelt eine elegante Umschreibung für Kotzen. Wenn jemand keinen Zugang zur Arbeit findet, beschreibt man ihn beschönigend als überqualifiziert, damit er nicht gleich alles hinschmeißt, sondern sinnlos weitersucht.
„Eines frühen Morgens traf eine Maus auf einen Wolf und wurde gleich verschlungen. »O weh!«, sagt die Maus. »Oje! Ich bin gefangen im Bauch dieses Untiers. Gleich ist es aus mit mir.«
In zivilisierten Gesellschaften hat der Staat das Gewaltmonopol, und damit möglichst viele Staatsbürger davon kosten können, gibt es in manchen Staaten eine Wehrpflicht.
„»Wir betrachteten den blauen Himmel, den kahlen Kastanienbaum, an dessen Zweigen kleine Tropfen glitzerten, die Möwen und die anderen Vögel, die im Tiefflug wie aus Silber aussahen. Das alles rührte und packte uns beide so, dass wir nicht mehr sprechen konnten.« Anne Frank“