Christian Lorenz Müller, Wilde Jagd
Jeder Beruf bringt Schattierungen der Einsamkeit mit sich, denn arbeiten heißt oft auch mit sich alleine in der Berufswelt herumirren. Dennoch gibt es aber diese romantische Einsamkeit in der Arbeitswelt, wie wir sie in den Cockpits der Lokomotiven, unter dem Headset des Callcenters oder am Bauernhof in Randlage vorfinden.
Im Roman Wilde Jagd vegetiert der verstockte junge Mann Emmeran auf einem Bauernhof herum, am liebsten wütet er im Wald mit seiner Motorsäge, in seiner Freizeit verkriecht er sich in seine Schnitzwerkstadt und bastelt an einer mechanischen Umzugs-Installation, die er "Wilde Jagd" nennt.
Mobbing ist so etwas wie Glück, nur verkehrt herum. Man kann es nur in Umrissen beschreiben und der Ausgezeichnete empfindet es als sehr subjektiv.
Ein beliebtes Gesellschaftsspiel unserer Tage besteht darin, Konstellationen ausfindig zu machen, die einen gerade noch von einer Familie sprechen lassen. So handeln die zeitgenössischen Romane oft von jener skurrilen Dekonstruktion der Beziehungen, die einen die klassische Vorabend-Familie völlig vergessen lassen.
Wie schaut die Welt voller Glanz, Phrasen und Kulissen eigentlich auf der Hinterseite aus?
An der österreichischen Seele beißt sich letztlich jeder Schriftsteller die Zähne aus, am ehesten gelingt es noch der Psychiatrie, dieses weite Land (Schnitzler) halbwegs in den Griff zu bekommen.
Jede Epoche hat ihre spezifischen Kommunikationsrituale. Während die Etiquette ihre abgehobenen Handbewegungen und Stehverrenkungen abführt, wissen die niedrigen Chargen oft nicht, wie sie sich benehmen sollen.
Manche Namen lösen schon bei der bloßen Aufrufung ein ganzes Programm aus. So geht bei Heidi jeweils ein Heimatfilm ab, während wir Leser bei Kirk sofort in die Zukunft oder gar in den Weltraum gebeamt werden.
Manche Orte sind untrennbar mit der eigenen Kindheit verbunden. Verschwindet die Kindheit, verschwinden auch die maßgeblichen Orte dafür.
In jedem Menschen steckt ja auch ein ziemliches Stück Tier, und wenn die tierischen Umstände Überhand nehmen, bleiben vom Menschlichen oft nur noch Restbestände.