Geschichte | Politik

Ada Zapperi Zucker, Das Haus in der Widenmayerstraße

h.schoenauer - 24.01.2020

ada zapperi zucker, das hausDie Geschichte reicht jedem persönlich die Hand, dass er sich damit auseinandersetzt. Und wer sich nicht der Geschichte stellt, der wird von der Geschichte gestellt, hat dieser Tage der österreichische Nationalratspräsident philosophiert.

Ada Zapperi Zucker geht im Roman „Das Haus in der Widenmayerstraße“ der Frage nach, wie man den nächsten Generationen Geschichte erzählen kann, ohne dass sich diese aus Scham, Grauen oder Widerwillen abwenden. Denn das historische Bewusstsein eines Menschen bildet sich erst ab der Hälfte des Lebens, bis dahin erscheint den jungen Leuten alles austauschbar, beliebig oder unterhaltsam.

Cyrill Stieger, Wir wissen nicht mehr, wer wir sind

h.schoenauer - 20.01.2020

cyrill stieger, wir wissen nicht mehr, wer wir sindJedes Mal, wenn die Statistiken der frisch eingebürgerten Staatsbürger ausgelegt werden, sind neben Staaten, unter denen wir uns etwas vorzustellen vermeinen, Ethnien dabei, von denen oft die Eingebürgerten selbst noch nichts gehört haben. Wenn wir nämlich ein paar Generationen zurückblicken, so wissen wir oft alle nicht mehr, wer wir sind.

Cyrill Stiegler stellt unter diesen makaberen Seufzer des Unwissens seine ausführlichen Reisen und Interviews quer durch Mittel- und Osteuropa. In manchen Landstrichen wird er fündig und stößt auf Reste von Völkern, die nur mehr in alten Namensgebungen rekonstruierbar sind.

Friedrich Orter, Der Vogelhändler von Kabul

h.schoenauer - 10.01.2020

friedrich orter, der vogelhändler von kabulAfghanistan taucht im höllischen Alphabet an vorderster Stelle auf. Der Westen bezieht aus diesem Land Drogen, Flüchtlinge und schlechte Nachrichten. Dafür liefert er Bombardements, Unverständnis und Abscheu.

Friedrich Orter war jahrelang Korrespondent in Kabul und zumindest hintennach bei jedem Attentat dabei. Eine Chronik der jüngeren Geschichte Afghanistans besteht aus einer unendlich langen Attentatsliste mit entsprechenden Toten und mehr oder weniger symbolträchtigen Schauplätzen. Der Autor dreht dabei die Chronologie um, das heißt er rechnet von Trump im August 2017 zurück ins sechzehnte Jahrhundert und kommt immer auf diverse Großmächte, die das Land vereinnahmt haben, um wie Babur 1505 darin die Mogul-Dynastie zu installieren oder einfach Stellvertreterkriege darin abzuwickeln.

Samuel Schirmbeck, Der islamische Kreuzzug und der ratlose Westen

andreas.markt-huter - 03.01.2020

samuel schirmbeck, der islamische kreuzzug„Für die Intellektuellen am nördlichen Ufer des Mittelmeeres ist Religion ein Wort wie Philosophie, Weltall, Universum oder Liebe. Sie haben nie erlebt, was es bedeutet, wenn das Wort Religion die Worte Philosophie, Weltall, Universum oder Liebe erdrückt.“ (S. 22)

Als langjähriger Nachrichtenkorrespondent in Algerien berichtet Schirmbeck von den grundlegenden Veränderungen in der arabischen Welt aber auch in Europa, die der sich ausbreitende islamische Fundamentalismus mit sich bringt.

Frank Rexroth, Fröhliche Scholastik

andreas.markt-huter - 23.12.2019

frank rexroth, fröhliche scholastik„Dieses Buch beansprucht nicht, eine umfassende Geschichte dieser frühen Wissenschaft zu liefern, denn anstelle einer Synthese will es einen Problemaufriss bieten. Zu diesem Zweck begibt es sich auf die Fährte einiger zentraler Denkformen, die Wissenschaft erst ermöglicht haben, und es fragt nach den Bedingungen und zugleich den sozialen Folgen dieser Denkformen.“ (S. 17)

Frank Rexroth „Fröhliche Scholastik“ behandelt die „Wiederanfänge der okzidentalen Wissenschaft“ im „lateinischen Europa“ und untersucht Prozesse, die in der Mitte des 11. Jahrhunderts ihren Anfang genommen haben, um bald nach 1200 in Form der Universität eine „Organisationsform für wissenschaftliches Wissen“ zu entwickeln.

Mich Vraa, Die Hoffnung

h.schoenauer - 20.12.2019

mich vraa, die hoffnungDas klassische Sklaventhema gilt in Philosophie, Literatur und Politik seit dem amerikanischen Bürgerkrieg als abgehakt. Wenn man dann freilich hinter die glatte Fläche der Smartphones blickt, sieht man hinter den Apps die Sklaven der Gegenwart, wie sie die seltenen Erden schürfen, während wir damit belanglose Nachrichten herumsenden.

Mich Vraa widmet sich in seinem Roman „Die Hoffnung“ jener Bruchlinie, an der die Sklavenhalterei zuerst von Eliten in der Hauptstadt abgeschafft wird, während es draußen in den Kolonien noch ein paar Generationen braucht, bis sich diese Gesetze durchsetzen. Dänemark gilt in unseren Kreisen als das Musterland von Pädagogik und Inklusion, dennoch ist es über die Karibik und die Handelsgesellschaften stark in den Sklavenhandel verstrickt.

David Summers u.a., Die Geschichte der Welt in Karten

andreas.markt-huter - 16.12.2019

geschichte der welt in karten„Für dieses besondere Buch wurden Karten gestaltet, die die Geschichte der Menschen vom Ursprung vor sieben Millionen Jahren bis zur jüngsten Vergangenheit erzählen. Mithilfe dieser Karten taucht man gedanklich in die fernen und fremden Welten der Geschichte ein und setzt die Informationen auch fast unwillkürlich mit der Gegenwart in Beziehung. Man erkennt Zusammenhänge, die einem vorher verborgen blieben …“ (S. 9)

„Die Geschichte der Welt in Karten“ lädt ein zu einer außergewöhnlichen Reise durch die Geschichte der Menschheit von ihren Anfängen, bei den ersten Hominiden, über die ersten Hochkulturen, die Antike Welt, die Welt des Mittelalters bis über das Zeitalter der Revolution und Industrie in die Gegenwart.

Siroos Mirzaei, Das Geheimnis von Hokumana

h.schoenauer - 13.12.2019

siroos mirzaei, das geheimnis von hokumanaSchon eine weltliche Revolution zu veranstalten, ist nur wenigen Helden möglich. Jedoch eine göttliche Revolution zu zünden, ist fast nicht von dieser Welt!

Siroos Mirzaei gelingt etwas schier Unglaubliches: Er entwirft eine göttliche Revolution gegen einen Gottesstaat und behält dabei einen beinahe ironischen Überblick. „Das Geheimnis von Hokumana“ wird aus der Sicht einer Frau heraus erzählt, die mit dem Gottesstaat im Iran genug hat und sich überlegt, wie man dem Land wieder Hoffnung und Zukunft geben könnte. Dabei nützt sie zwei weise Revolutionstheorien: Die Menschen machen nur mit, wenn es um Kohle geht und sie hinten nach besseren Konsum kriegen, und einen Gottesstaat kannst du nur mit Gott umbauen.

Lukas Thommen, Archaisches und klassisches Griechenland

andreas.markt-huter - 09.12.2019

lukas thommen, griechenland„Dieses Buch gibt einen Überblick über das archaische und klassische Griechenland bzw. die Zeit vom 8.-4. Jh. v. Chr. Es ist als Einstieg in ein akademisches Studium gedacht und so konzipiert, dass jedes Kapitel als geschlossene Einheit verwendet werden kann. Ziel ist es, sowohl wesentliche Grundlagen zu vermitteln, als auch einen Ausgangspunkt für die weiterführende Beschäftigung mit den betreffenden Themen zu schaffen.“ (S. 9)

Die antike griechische Welt gilt als Wiege der europäischen Kultur und Zivilisation, in der die Grundlagen unseres wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Denkens gelegt worden sind. Lukas Thommen bietet einen spannenden Einblick in die Anfänge griechischen Lebens von der Archaik bis in die Klassik.

Arnold Hanslmeier, Unser Platz im Kosmos

andreas.markt-huter - 06.12.2019

arnold hanslmeier, unser kosmos„Haben Sie sich schon einmal gefragt, woher wir kommen, wohin wir gehen, was wir eigentlich wissen? Dies sind Grundfragen, die sich Menschen in allen Kulturen, zu allen Zeiten gestellt haben. Dieses Buch versucht, allgemein verständliche Antworten zu geben – doch Vorsicht. Nicht alle Fragen lassen sich mit modernen Erkenntnissen der Naturwissenschaften beantworten.“ (S. 8)

Die Erkenntnisse der Naturwissenschaften und ihre Anwendungen haben die Sicht auf die Welt und den Kosmos aber auch das Leben der Menschen grundlegend verändert. Arnold Hanslmeier geht vor allem den Entwicklungen im Bereich der Physik und Astrophysik von ihren Anfängen in der Antike bis hin zu den neuesten Entdeckungen und Forschungen im Bereich der Teilchenphysik und Astrophysik.